Neues Online-Archiv: Die Zeitschriften der Behindertenbewegung

Papiersaurier aus fast grauer Vorzeit wurden gescannt und sind nun im Internet verfügbar.

Fünf Jahre lang erschien die „Krüppel-Zeitung“ – hier das Titelblatt der ersten Ausgabe von 1979.

Fünf Jahre lang erschien die „Krüppel-Zeitung“ – hier das Titelblatt der ersten Ausgabe von 1979.

„Luftpumpe“, „Krüppel-Zeitung“, „die randschau“ – Namen, die vielen jungen Menschen sicher nicht so viel sagen. Einigen älteren vielleicht schon. Es handelt sich um Zeitschriften aus der Zeit um oder nach dem „UNO-Jahr der Behinderten“ 1981, die im Spektrum der bundesdeutschen emanzipatorischen Krüppel- und Behindertenbewegung entstanden sind.

„Für all diejenigen, die die Papiersaurier aus fast grauer Vorzeit kennenlernen wollen, die, die sich erinnern mögen oder auch die, die sie für eine neue politische Praxis brauchen können, gibt es jetzt das archiv-behindertenbewegung im Internet. Ein Geschichtsprojekt, ein Aufbewahrungsort, wo gesammelt wird, was nicht verloren gehen soll und darf“, erklärt Jörg Fretter das Projekt.

Ein digitales Bücherregal

„Das, was behinderte AktivistInnen auf der Suche nach einer eigenen kulturellen, emanzipatorischen und politischen Rolle über knapp zwei Jahrzehnte diskutiert, aufgeschrieben und veröffentlicht haben. Das online-Archiv bringt dies auf einer Website zusammen. Mit Hilfe eines alten Kontos des Bundesweiten Forums der Krüppel- und Behinderteninitiativen konnte das Projekt letztlich finanziell realisiert werden.“ Hilfe gab es außerdem aus München: Das Archiv wurde technisch von der Pfennigparade (WKM GmbH OpenWebServices) „für kleines Geld“, so Fretter, realisiert.

Herausgekommen ist ein digitales „Bücherregal“, das sich nach Jahrgängen und Stichworten durchsuchen lässt. Um einen gewissen Aktualitätsbezug sicher zu stellen und weil sie thematisch sehr gut dazu passen, werden die Hefte des vierteljährlich erscheinenden „newsletter Behindertenpolitik“ und die Ausgaben der unregelmäßig erscheinenden Berliner Zeitschrift „mondkalb“ weiter mit aufgenommen.

Unterstützer/innen gesucht

Sowohl für die inhaltliche Weiterentwicklung als auch für die fortlaufende technische Realisierung benötigen die Initiatoren jedoch Unterstützung: „So suchen wir noch Materialien aus dem Spektrum der emanzipatorischen Behindertenbewegung, die in das Projekt mit einbezogen werden können und nicht zuletzt benötigen wir auch finanzielle Unterstützung, um den dauerhaften Betrieb des Servers zu sichern.“

Webseite: http://archiv-behindertenbewegung.org

Menschen, die das Archiv unterstützen möchten, wenden sich an Jörg Fretter, Mail: [email protected]

(RP/PM)

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