Nextdoor bietet Nachbarschaftshilfe via Internet

Das Portal beinhaltet Foren und Karten. In dieser virtuellen Nachbarschaft werden die Häuser von Mitgliedern und Nachbarn, die im sozialen Netzwerk nicht vertreten sind, in verschiedenen Farben angezeigt.

Illustration eines Hauses

Nachbarschaft vernetzt sich im Internet (Foto: nextdoor.com)

(pte) – Wenn man schon nicht im Hausflur oder beim nächsten Bäcker miteinander spricht, könnte es ja mit Hilfe des Internets klappen – in den USA macht gerade ein neues Portal von sich reden: Nextdoor.com bietet soziale Netzwerke für Nachbarschaften an. „Wenn man älter wird, ist die Gemeinschaft in der man lebt, die wichtigste“, so Nextdoor-Chef Nirav Tolia.

Die Mitglieder können wählen, ob auf den Karten auch die Namen mit den Adressen verbunden werden. Im Forum können nützliche Informationen gepostet werden, wie Kauftipps und Empfehlungen für lokale Dienstleister. Nextdoor bietet seine Leistungen seit Oktober 2011 an. Laut eigenen Angaben sind bis jetzt in Amerika mehr als 2.000 Stadtgebiete mit je 500 bis 750 Haushalten angeschlossen.

Privatsphäre wichtig

Die internen Seiten von Nextdoor sind anders als bei anderen Anbietern privat. Allles, auch das Mitgliederverzeichnis, ist nur für Mitglieder sichtbar. Marketingunternehmen haben keine Möglichkeit, an die Daten zu kommen. Diese Informationen erscheinen auch nicht als Ergebnisse bei Suchmaschinen.

Neue Mitglieder müssen beweisen, dass sie wirklich an der angegeben Adresse leben. Das geschieht über das Erlauben einer Transaktion über einen Cent über die Kreditkarte oder die Bestätigung eines bestehenden Mitglieds. Mitglieder erhalten Informationen entweder per E-Mail oder SMS.

Derzeit noch ohne Werbung

Der Service kostet nichts und ist derzeit noch werbefrei. Das Unternehmen plant nur auf der Seite mit den häufig gestellten Fragen lokale Geschäfte zuzulassen. Damit sollen lokale Anbieter und damit auch wieder die Nachbarschaft unterstützt werden. Die bisherigen Erfahrungen haben jedoch gezeigt, dass die Mitglieder sehr viel Wert auf ihre Privatsphäre legen.

Derzeit wird Nextdoor durch Investoren wie Benchmark Capital und Shasta Ventures finanziert, berichtet die New York Times.

Laut Robert J. Sampson von der Harvard University wird der Zusammenhalt zwischen Nachbarn durch das Internet nicht zerstört. „Es wird immer wieder behauptet, dass die Technologie zu einem Niedergang der Gemeinschaft führt. Ich glaube das nicht. Sie kann viel mehr genutzt werden, um soziale Interaktionen zu erleichtern.“

Übrigens: Auch Facebook hat als exklusives soziales Netzwerk von Nachbarn begonnen – und zwar für den Campus der Harvard University.

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