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„Nicht die Prothese springt 8,24 Meter weit, sondern der Mensch“

Behindertensportverband wünscht und erwartet EM-Nominierung Rehms.

DBS-Vizepräsident Karl Quade (Foto: dpa)

DBS-Vizepräsident Karl Quade (Foto: dpa)

Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) plädiert für die Nominierung des Paralympics-Sieger Markus Rehm für die Leichtathletik-EM der Nichtbehinderten im August in Zürich. „Der DBS wünscht, dass Markus Rehm die Chance erhält, sich bei den bevorstehenden Europameisterschaften der Leichtathleten zu präsentieren“, erklärte DBS-Vizepräsident Leistungssport Karl Quade am Dienstag auf der Homepage des Verbandes. „Wir erwarten, dass der DLV ihn in das deutsche Team aufnimmt.“

Rehm hatte bei den deutschen Meisterschaften der Nichtbehinderten am vergangenen Wochenende in Ulm den Titel im Weitsprung gewonnen und die EM-Norm mit der Weite von 8,24 Meter übertroffen. Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) wird das EM-Aufgebot am Mittwoch bekanntgeben.

Rehm will Teilnahme nicht einklagen

Markus Rehm (Foto: Agentur Heimspiele)

Markus Rehm (Foto: Agentur Heimspiele)

Die inzwischen vorliegenden Ergebnisse der in Ulm vorgenommenen biomechanischen Messung der Sprünge Rehms sollen Aufschluss liefern, ob die Beinprothese dem unterschenkelamputierten Leverkusener einen Vorteil im Wettkampf mit den Nichtbehinderten verschaffen könnte.

Für den DBS ist dies nicht allein relevant. „Nicht die Prothese springt 8,24 Meter weit, sondern der Mensch“, sagte Quade. „Mit seinem Meister-Sprung hat Markus Rehm eine Superleistung vollbracht, die ihn als Ausnahmekönner bestätigt.“

Rehm hat allerdings schon angekündigt, auf rechtliche Schritte zu verzichten, falls er nicht für die EM nominiert wird. „Ich habe keine große Lust, die Teilnahme einzuklagen“, erklärte der 25-jährige gestern.

(RP/dpa)

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1 Kommentar

  • dasuxullebt

    Naja, es ist schon relevant, ob er durch eine Sportprothese einen unfairen Vortei gegenüber anderen Sportlern hat.

    29. Juli 2014 at 12:50

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