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Nicht lustig: Karpfen tötet Rollstuhlfahrer

Und alle gucken mal wieder gebannt zu – Passanten rufen Hilfe, wollen sich aber nicht nass machen.

So groß kann dieser Fisch werden: Karpfenangler mit Karpfen

So groß kann dieser Fisch werden: Karpfenangler mit Karpfen (Archivfoto aus dem Jahr 1996)

Ein 58-jähriger Rollstuhlfahrer in den Niederlanden hat die Begegnung mit einem Karpfen nicht überlebt. Dies teilte die örtliche Polizei gestern mit.

Das Unglück ereignete sich bereits vor einer Woche in Roermond (knapp 57.000 Einwohner, liegt in der Provinz Limburg an der Grenze zu Deutschland und nahe Flandern in Belgien). Der Frührentner, der auf einen Elektro-Rollstuhl angewiesen war, angelte am Ufer des Flusses Maasnielderbeek. Als ein Karpfen anbiss, versuchte der Mann die Leine einzuholen, unterschätzte jedoch die Kraft des Tieres. Der Fisch zog den Hobby-Angler langsam in das eiskalte Wasser.

Unterlassene Hilfe

Verzweifelt versuchte der Mann, wieder an Land zu gelangen. Der von Passanten gerufene Notdienst konnte den Angler zwar aus dem Wasser bergen. Weil jedoch sein Herz bereits zu schlagen aufgehört hatte, wurde er noch am Ufer wiederbelebt und danach in ein Krankenhaus gebracht. Dort verstarb er gestern an den Folgen des Unfalls. Laut Medienberichten sucht die Kriminalpolizei nun die Schaulustigen, die zwar den Notdienst gerufen hatten, aber dem Mann nicht zu Hilfe geeilt waren.

Karpfen erreichen meist eine Länge von 30 bis 40 Zentimeter, können aber in Einzelfällen bis 120 Zentimeter lang und über 40 Kilogramm schwer werden. Der Ethnologe Brian Fagan stellte die These auf, dass Mönche und Nonnen diese Fischart gezielt aus Asien nach Europa einführten, um ihre Ernährung während der Fastenzeit abwechslungsreicher zu gestalten. Karpfenangeln gilt als nicht einfach, da es viel Erfahrung und Gewässerkenntnis bedarf, um besonders große Exemplare zu fangen.

(RP, Foto: Wikipedia/Phlip V. Gemeinfrei.)


Zeigen Sie es dem Karpfen!
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2 Kommentare

  • Michael Ziegert

    „Passanten töten Rollstuhlfahrer“ wäre auch falsch. Aber letztlich deutlich richtiger.

    16. Mai 2013 at 16:16
  • Annette Hempel

    ist ja schlimm für den Rollifahrer – aber was es nicht alles gibt….

    16. Mai 2013 at 20:30

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