Noch eine Behinderung: Agoraphobie

Menschenmengen, geschlossene Räume, U-Bahn – bei vielen Menschen löst dies lähmende Angst aus. Oft kann jedoch eine Therapie helfen.

Angst vor Menschenmengen: Viele Betroffene können das Haus nicht mehr verlassen (Foto: Shutterstock)

Angst vor Menschenmengen: Viele Betroffene können das Haus nicht mehr verlassen (Foto: Shutterstock)

Die Angst ausgeliefert zu sein: Manche Menschen haben dieses Gefühl zum Beispiel in geschlossenen Räumen wie Kinos oder Geschäften, in großen Menschenmengen oder in öffentlichen Verkehrsmitteln. Einige von dieser sogenannten Agoraphobie Betroffene können das Haus nicht mehr verlassen. Darauf weist der Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN) hin.

„Ein zentraler Aspekt vieler agoraphober Situationen ist, dass eine Flucht aus diesen Situationen nicht sofort möglich erscheint“, erklärt Frank Bergmann vom BVDN. Zu dem Gefühl, ausgeliefert zu sein kommt die Angst vor Kontrollverlust und körperlichen Symptomen. Deshalb meiden viele Betroffene die angstauslösenden Situationen.

Wenn Panikattacken einsetzen

Häufig beginnt die Agoraphobie plötzlich mit einer Panikattacke: Herzklopfen, Brustschmerzen, Atemnot oder Schwindel. Betroffene empfinden diese als lebensbedrohlich und gehen häufig zum Arzt oder in die Notaufnahme. Körperliche Ursachen werden aber meist nicht gefunden. „In der Folge entwickeln sie die Angst, wieder so einen Anfall zu bekommen. Sie wird zum ständigen Begleiter und eine Erwartungsangst führt dazu, dass selbst die anfallsfreie Zeit keine Erholung und Entspannung bringt“, sagt Bergmann.

Für Außenstehende sind die Probleme und Ängste in der Regel eher nicht nachvollziehbar – das kann dazu führen, dass Betroffene sich mehr und mehr zurückziehen. Bei ersten Anzeichen für eine Agoraphobie sollten Betroffene sich professionelle Hilfe suchen – etwa bei einem Psychiater, Psychotherapeuten oder Nervenarzt. Eine kognitive Verhaltenstherapie kann laut BVDN gut helfen. Es hilft auch, gut über die Agoraphobie Bescheid zu wissen. Infos gibt es zum Beispiel hier: www.psychiater-im-netz.de

(dpa/tmn)

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