""

Nordrhein-Westfalen arbeitet Contergan-Skandal auf

Gesundheitsministerin stellt am Dienstag Forschungsprojekt vor.

NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Foto: Grüne)

NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Foto: Grüne)

„Contergan“ steht für den größten Arzneimittelskandal der deutschen Nachkriegsgeschichte. 10.000 Kinder kamen wegen des Schlafmittels Contergan mit schweren Missbildungen an Armen und Beinen auf die Welt.

Mehr als fünf Jahrzehnte später will Nordrhein-Westfalen das Thema aufarbeiten, wie NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) heute ankündigte. Dabei soll auch die Rolle der damaligen Landesregierung beleuchtet werden. Steffens stellt morgen ein entsprechendes Forschungsprojekt mit der Universität Münster vor.

Grünenthal reagierte zunächst nicht

1957 hatte das Aachener Pharmaunternehmen Grünenthal Contergan auf den Markt gebracht. Von den 5000 Betroffenen in Deutschland leben noch 2700.

Die Staatsanwaltschaft hatte 1968 beim Contergan-Prozess kritisiert, Grünenthal habe auf den ersten Verdacht, die Missbildungen könnten damit zusammenhängen, dass Schwangere Contergan genommen hatten, nicht angemessen und nicht schnell genug reagiert.

Zu der Zeit regelte das Arzneimittelgesetz in Deutschland im Wesentlichen lediglich, wer Arzneimittel herstellen durfte. Erst im sehr viel ausführlicheren Gesetz von 1978 geht es auch darum, wie Medikamente wieder vom Markt genommen werden.

(dpa)

Diesen Artikel teilen:
ROLLINGPLANET

ROLLINGPLANET

Wir sind geil aufs Leben, seriös, oft fröhlich und ironisch, manchmal schräg, hin und wieder ungerecht, aber in den seltensten Fällen ideologisch: ROLLINGPLANET, Deutschlands führendes Online-Magazin für Behinderte, Senioren und Freunde. ROLLINGPLANET ist ein ehrenamtlich realisiertes Non-Profit-Projekt. Wir freuen uns, wenn Sie via Facebook, Twitter oder per Mail ROLLINGPLANET empfehlen. Mehr Infos: Über uns

KOMMENTAR SCHREIBEN