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Nordrhein-Westfalen: Unmut über Nicht-Inklusion wächst

In seltener Einigkeit appellieren die kommunalen Spitzenverbände und Lehrervertreter an die Landesregierung, mehr Geld für den gemeinsamen Unterricht von behinderten und nicht-behinderten Schülern locker zu machen.

Damit sich was ändert? Schulministerin Sylvia Löhrmann (Foto: B’90′/Grüne)

Wie ROLLINGPLANET berichtete, stocken die Pläne für die inklusive Schule in Nordrhein-Westfalen und wurden auf die lange Schulbank geschoben. Der Unmut darüber wächst nun. Für die geplante starke Ausdehnung der sogenannten Inklusion müssten „deutlich mehr Finanzmittel“ zur Verfügung gestellt werden, heißt es in einer heute veröffentlichten gemeinsamen Erklärung der kommunalen Spitzenverbände und Lehrervertreter an die Landesregierung.

Die Forderung betrifft sowohl den Personalbereich wie mehr Sonderpädagogen oder Schulsozialarbeiter als auch die bauliche und sachliche Ausstattung der Schulen. Der von der Landesregierung vorgelegte Entwurf für eine Änderung des Schulgesetzes werde dem nicht gerecht. Zudem fehle eine realistische Abschätzung der Folgekosten. „Für eine vernünftige Planung und Umsetzung der Inklusion ist diese aber unverzichtbar“, heißt es.

Sylvia Löhrmann (Grüne) kündigte hingegen für den Schulhaushalt Investitionen mit „klarem Schwerpunkt bei Inklusion“ an. Im neuen Haushalt gebe es für diesen Zweck 465 zusätzliche Stellen und eine Erhöhung der Sachmittel im Inklusionsfond von 1,25 Millionen Euro.

In Nordrhein-Westfalen leben insgesamt 116.000 Schüler mit einem sonderpädagogischen Förderbedarf. Ihnen soll in den kommenden Jahren nach und nach der Besuch einer Regelschule ermöglicht werden. Den anfangs für das Schuljahr 2013/2014 geplanten Rechtsanspruch auf einen solchen Platz hat die Landesregierung mittlerweile um ein Jahr verschoben.

(dapd/dpa)


Analyse: Nur die Ohrfeigen sind inklusiv: Heftiger Streit um Inklusion in Nordrhein-Westfalen


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