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Not macht erfinderisch: Zahnarzt behandelt mit Tret-Bohrer aus dem Jahre 1894

Da muss einer ziemlich starke Schmerzen gehabt haben.

Der in Gera verwendete Tretbohrer ist sogar noch älter als das hier gezeigte Modell aus dem Jahre 1910 (Foto: Dr. med. dent. Hildrun Fehske-Nitzsche)

Der in Gera verwendete Tret-Bohrer ist sogar noch älter als das hier gezeigte Modell aus dem Jahre 1910 (Foto: Dr. med. dent. Hildrun Fehske-Nitzsche)

Not macht erfinderisch: Weil wegen Hochwassers der Strom ausgefallen war, hat ein Zahnarzt aus Gera (Thüringen) kurzerhand einen historischen Tret-Bohrer aus dem 19. Jahrhundert wieder in Betrieb genommen.

Wie die Landeszahnärztekammer Thüringen am Montag berichtete, passierte es mitten in den Aufräumarbeiten nach der Flut. „Einem Freund brach eine Füllung aus. Der Strom aber war noch immer abgestellt. Wie konnte ich da behandeln?“ gab die Kammer den 52-jährigen Zahnarzt Falk Röhlig wieder.

Angesichts der Schmerzen seines Freundes entschloss er sich zur Tat. „Also griff ich zu meinem historischen Bohrer von 1894 und habe die Kanten schlicht wie früher mit Muskelkraft geglättet.“ Der Patient habe die Prozedur gut überstanden.

Das ist ein Tret-Bohrer

Bis Anfang des 19. Jahrhunderts stocherten Chirurgen vornehmlich mit Schabern und stricknadelähnlichen Instrumenten in den Mündern ihrer Patienten herum. Um Karies zu entfernen, wurde später ein Bohrer mit einer Bogensehne entwickelt, die ihn durch Hin- und Herbewegen in Umdrehungen versetzte.

Der amerikanische Zahnarzt James Beall Morrison patentierte am 7. Februar 1871 einen Tret-Bohrer unter dem Namen „Dental Engine“. Schnell wurde er in den USA und in Europa populär.

Besonders häufig sieht man einen Tret-Bohrer heutzutage nicht mehr – einen (siehe Foto oben) haben wir bei der ausgesprochen behindertengerechten Zahnarztpraxis von Dr. med. dent. Hildrun Fehske-Nitzsche in Zwickau entdeckt. Sie hat ROLLINGPLANET gegenüber versichert, dass das Ding nicht mehr im Einsatz ist – und hochmodernes Equipment zur Verfügung steht.

(RP/dpa)

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