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Notruf: Hörbehinderte Betroffene gesucht

Der Deutsche Gehörlosen-Bund e.V. braucht Unterstützung für sein Anliegen, eine barrierefreie Lösung zu finden.

Notruf: Barrierefreie Lösung für gehörlose Menschen gesucht (Foto; KAWA)

Notruf: Barrierefreie Lösung für gehörlose Menschen gesucht (Foto; KAWA)

Im Herbst 2011 schrieb Wolfgang Bachmann, Präsidiumsmitglied des Deutschen Gehörlosen-Bund e.V. sämtliche 16 InnenministerInnen und -senatorInnen der Länder und das Bundesinnenminnisterium an.

Daraufhin wurde, wie der Verband mitteilt, ein Expertengremium beauftragt, sich dem Thema „Barrierefreier Zugang zu Notrufsystemen für hörbehinderte Menschen“ anzunehmen.

Seit Februar 2012 kam Bachmann mehrfach mit Fachleiten zusammen, um neue barrierefreie Lösungen für den Bereich Notruf und – bei einem anderen Projekt – zum Thema „Katastrophenschutz“ zu finden. In diesem Zusammenhang gab es 27 Rückmeldungen von Gehörlosen aus ganz Deutschland (siehe dazu auch: Notfallfax muss bleiben – aber mobile Lösungen sind erforderlich).

Betroffene und Beispiele gesucht

Um neue technische Lösungen für einen barrierefreien Notruf zu finden, benötigt der DGB e.V. möglichst viele weitere Beispielfälle, wie Betroffene Notfallsituationen erlebt haben. Beispiele:

Eine gehörlose Frau hatte morgens um 2 Uhr einen Wildunfall mit ihrem Auto. Leider war die Straße um diese Uhrzeit kaum befahren, so dass sie 2,5 Stunden warten musste, bis das nächste Auto vorbeifuhr und telefonisch die Polizei verständigen konnte. Sie hatte selbst ein Handy dabei, da jedoch der Notruf nur telefonisch möglich ist, musste sie so lange warten!

Ein tauber Mann hatte auf einer vielbefahrenen Straße einen Unfall. Es dauerte 45 (!) Minuten bis ein Auto anhielt und die Polizei rief. Hunderte Autofahrer fuhren einfach vorbei! Er hatte das Handy bei sich, konnte aber keine Notruf absetzen, da dies ja nur telefonisch geht.

Experten und Experten in eigener Sache

Solche und ähnliche Erfahrungsberichte von Notsituationen benötigt der DGB e.V., in denen deutlich wird, dass in einer Notsituation ein Gehörloser nicht selbst einen Notruf absetzen konnte, weil dies nur telefonisch geht, aber schnelle Hilfe auf sich warten ließ: „Nur mit solchen Beispielen, die sich auf wirkliche Erfahrungen von tauben und schwerhörigen Menschen beziehen können wir mit den Experten nach einer guten Lösung für einen barrierefreien Notruf suchen.“

Berichte per Mail oder Gebärdenvideos werden erbeten an Wolfgang Bachmann: [email protected] (Beispiele werden anonym verwendet, der Gehörlosen-Bund garantiert Datenschutz).

(PM)

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