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NotrufPlus: Bundesweit erster barrierefreier Notruf für Menschen mit Behinderung gestartet

In Brandenburg an der Havel begann am Donnerstag offiziell der Pilotbetrieb. Die Stadt sieht sich dabei als Pionier.

Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann und Projektpartner gaben den Startschuss für die sechs- bis zwölfmonatige Pilotphase. (Foto: NotrufPlus)

Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann und Projektpartner gaben den Startschuss für die sechs- bis zwölfmonatige Pilotphase. (Foto: NotrufPlus)

Der Pilotbetrieb von NotrufPlus, einer Mitteilung zufolge der bundesweit erste barrierefreie Notruf für Menschen mit Behinderung (gehörlose und blinde Menschen, Rollstuhlfahrer und Risikopatienten), wurde heute offiziell von Brandenburgs Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann eröffnet. Das System, bestehend aus einer kostenlosen NotrufPlus-App (iOS/Android) und dem entsprechenden NotrufPlus-Kommunikations-System in der Leitstelle der Feuerwehr, wurde von der Technischen Hochschule Brandenburg in Kooperation mit der BürgerServiceNetz UG (haftungsbeschränkt) und dem BürgerServiceNetz e.V. entwickelt und wird über sechs bis zwölf Monate getestet.

Bisher konnte die Rettungsleitstelle der Stadt Brandenburg an der Havel, wie auch die anderen Notrufleitstellen in Deutschland, lediglich ein Notfall-Fax (in Ausnahmefällen eine SMS) empfangen. Ein Dialog mit der notrufenden Person war so nicht möglich. Mit der jetzt gestarteten kostenlosen NotrufPlus-App (iOS/Android) und dem entsprechenden NotrufPlus-Kommunikations-System in der Leitstelle wird nun erstmals ein barrierefreier Notruf ermöglicht. Dabei werden mittels Internetkommunikation Informationen, wie der aktuelle per GPS ermittelte Standort und sowie vorher im Smartphone gespeicherte Nutzerdaten an die Leitstelle der oder des Notrufenden direkt übermittelt. Über eine integrierte Chat-Funktion können außerdem weitere Informationen ausgetauscht werden.

Künftig für alle Bürger der Stadt

Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt von Prof. Dr. Dietmar Wikarski von der TH Brandenburg und seinen Studenten im Fachbereich Wirtschaftsinformatik. Der Pilotbetrieb wird im Zusammenwirken mit der Berufsfeuerwehr Brandenburg an der Havel und den Mitgliedern des Behindertenbeirates der Stadt Brandenburg an der Havel organisiert und soll über sechs bis zwölf Monate laufen. Nach einem erfolgreichen Pilotbetrieb ist vorgesehen, NotrufPlus künftig für alle Bürger der Stadt verfügbar zu machen.

Die Stadt Brandenburg an der Havel erarbeitet gegenwärtig auf der Grundlage der UN-Behindertenrechtskonvention einen Teilhabeplan mit dem Ziel einer inklusiven Stadtgesellschaft. Als Maßnahme mit sehr hoher Priorität wird darin die Nutzbarkeit des Notrufsystems durch Menschen mit Behinderung formuliert.

Weitere Informationen: NotrufPlus

(PM)

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2 Kommentare

  • Elisabeth Wirthensohn

    Wer kein Smathphone hat, sich keines leisten kann hat wohl das Nachsehen.

    4. September 2017 at 23:02
  • Melanie Mella

    Und ich muss erst mein Handy aus der Tasche krosen falls ich grade umkippe?Oder wie stellt man sich das vor.Da ist ja das Rote Kreuz bei uns schon weiter mit Notfall Armband/Kette.

    5. September 2017 at 18:51

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