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Nur wenige dürfen die griechische Siegesgöttin Nike küssen

ROLLINGPLANET stellt die Designerin vor, welche die Medaillen für die Paralympischen Spiele (29.8.- 9. 9.2012) entworfen hat: Lin Cheung.

Lin Cheung (LCH)

In London gibt es in diesem Sommer bei den Olympischen und den Paralympischen Spielen insgesamt rund 4.700 Medaillen zu gewinnen. Massenware allerdings sind diese nicht. Zehn Stunden dauert es, bis eine davon fertig ist. Hergestellt wurden sie in der traditionsreichen königlichen Münzprägeanstalt Royal Mint in Wales, die auf gut 1.000 Jahre Erfahrung zurückblicken kann. Nach deren Angaben wird jedes Stück fünfzehn Mal auf einer Spezialpresse mit 900 Tonnen Gewicht geprägt. Wie gewohnt bestehen sie aus Sterling Silber, die Gold-Medaillen haben einen Mantel aus sechs Gramm purem Gold.

Die Objekte der Begierde, mit denen die Leichtathleten Heinrich Popow und Vanessa Low, die Schwimmerin Kirsten Bruhn oder die deutschen Rollstuhlbasketballer/innen und Sitzvolleyballer nach Hause zurückkehren möchten, wurden von der Schmuckdesignerin Lin Cheung entworfen. Die Medaillen für die Paralympischen Spiele zeigen eine Art Nahaufnahme der ausgestreckten Flügels der griechischen Siegesgöttin Nike. Das Bild stehe für den Blick nach vorne, für Kraft und Leichtigkeit – eine Metapher für den Geist der paralympischen Spiele, so das Komitee.

Sie setzte sich unter 100 Künstlern durch

Lin Cheung (41), die in Hampshire (Großbritannien) geboren wurde und in London lebt, war eine von 100 Künstlern, die vom Komitee eingeladen wurden, ihre Entwürfe für die Paralympics-Medaillen einzureichen. Am Schluss kamen sechs Kandidaten in die engere Auswahl – ehe Lin Cheung im vergangenen Monat erfuhr, dass sie gewonnen hatte.

Zuvor, so gab sie zu, habe sie sich noch nie besonders für die Olympischen Spiele oder die Paraylmpics interessiert. Und vermutlich werde sie auch während der Wettkämpfe nicht oft zuschauen: „Ich bin ein kleiner Workaholic“, so Lin Cheung, „vermutlich werde ich wie immer in meinem Studio arbeiten.“

Über ihre Philosophie sagte die Designerin, deren Arbeiten auch schon in Deutschland ausgestellt wurden, dem artmagazine: „Die sozialen und persönlichen Faktoren, die unser Leben bestimmen, die Objekte, die wir besitzen, lieben und tragen, aber auch die Beziehung, die wir zu ihnen haben, wecken in mir das Bedürfnis, sie im Akt des Machens besser zu begreifen. “

Gold, Silber und Bronze…

Noch mal Gold – von der anderen Seite (Fotos: LCH)

(RP/dpa)

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