""

Bei Abflug der Para-Athleten zur WM: Gepäck bleibt auf der Startbahn liegen

ROLLINGPLANET-Tagebuch: Kaum noch Hoffnungen für Rehm auf WM-Doppelstart +++ Inklusion in Schleswig-Holstein +++ Hamburger Literaturhaus wird barrierefrei +++ ÖPNV in Sachsen

TAGEBUCH
MITTWOCH, 12. JULI 2017
Para-WM

Huch, was macht das Gepäck da auf der Startbahn?

Markus Rehm auf Facebook: „Sind endlich mit der Mannschaft im Flieger zur WM nach London...aber leider unsere Taschen nicht! Die bleiben wohl hier stehen und keiner weiß warum...“ (Foto: Markus Rehm)

Markus Rehm auf Facebook: „Sind endlich mit der Mannschaft im Flieger zur WM nach London…aber leider unsere Taschen nicht! Die bleiben wohl hier stehen und keiner weiß warum…“ (Foto: Markus Rehm)

Mindestens zwei deutsche Sportler müssen in den ersten Tagen der Vorbereitung auf die Para-WM in London ohne ihr Gepäck auskommen. Kurios: Als der Flieger seine Position verließ, sahen die Sportler aus dem Flugzeug einige vergessene Taschen auf der Startbahn liegen. Die Fluggesellschaft bemüht sich das Gepäck mit teilweise wichtigen Trainingsutensilien so schnell wie möglich nachzuliefern, heißt es. Während Paralympics-Sieger Markus Rehm beim Abflug das obige Bild auf Facebook postete, bedankte sich Frederike Charlotte Koleiski (Kugelstoßen, Diskus) im sozialen Netzwerk ironisch: „Thank you@british_airways“. (RP/dpa)

Schleswig-Holstein

Kehrtwende bei der Inklusion?

Die Koalition aus CDU, FDP und Grünen in Schleswig-Holstein will die Inklusion an Schulen qualitativ stärken. Förderzentren sollen erhalten und je nach Bedarf sogar ausgebaut werden. Außerdem sollen auch an den Regelschulen nicht zwingend Kinder mit Förderbedarf in regulären Klassen unterrichtet werden. Schulen sollen künftig flexibler entscheiden können, in welchem Umfang sie auffällige Schüler in gesonderten Lerngruppen unterrichten.
Laut Bildungsministerin Karin Prien (CDU) ist dies keine politische Kehrtwende: „Es geht nicht um ein Zurückdrehen, sondern eher um ein Innehalten. Wir wollen in jedem Fall die Qualität der Inklusion, aber auch des sonderpädagogischen Unterrichts an den Förderzentren verbessern.“ NDR

Leichtathletik-WM

Rehm: Kaum noch Hoffnungen auf Doppelstart in London

Markus Rehm zieht nach einer Trainingseinheit seine Prothesen aus (Foto: Daniel Karmann/dpa)

Markus Rehm zieht nach einer Trainingseinheit seine Prothesen aus (Foto: Daniel Karmann/dpa)

Paralympics-Sieger Markus Rehm hat kaum noch Hoffnung auf einen Doppelstart bei den Weltmeisterschaften der behinderten und nichtbehinderten Leichtathleten in London. „Wir haben mehrfach Kontakt zur IAAF (Leichtathletik-Weltverband, d. Red.) aufgenommen, aber es gestaltet sich schwierig“, sagte der Prothesen- der Deutschen Presse-Agentur: „Es wird immer weiter rausgezögert, ob mutwillig weiß ich nicht. Aber es ist schade, weil es bei den deutschen Meisterschaften auch funktioniert.“
Dort legte der dreimalige Paralympicssieger und Weltrekordler am Sonntag in Erfurt mit 8,19 Metern außer Konkurrenz den weitesten Sprung hin. Seit Jahren kämpft der Leverkusener vergeblich darum, auch bei internationalen Meisterschaften zumindest in getrennter Wertung starten zu dürfen. „Vielleicht würde es auf einem anderen Weg schneller gehen, aber das ist nicht meine Art“, sagte der 28-Jährige mit Blick auf den Südafrikaner Oscar Pistorius, der einst seinen Start bei Olympia 2012 eingeklagt hatte.
Im Olympiastadion von London finden vom 14. bis 23. Juli die Weltmeisterschaften der Para-Athleten statt. Vom 4. bis 13. August steigt dann die WM der Nichtbehinderten. (RP/dpa)

DIENSTAG, 11. JULI 2017
Para-WM

Staffel-Paralympicssieger Streng fällt aus

Staffel-Paralympicssieger Felix Streng muss wegen Achillessehnenproblemen auf die Leichtathletik-WM in London vom 14. bis 23. Juli verzichten. Den Platz über 4 x 100 Meter neben Markus Rehm, Johannes Floors und David Behre nimmt Leon Schäfer ein. Gemeinsam mit Streng, der auch über 100 Meter, 200 Meter und im Weitsprung hatte starten wollen, gewann das Leverkusener Trio sowohl bei der WM 2015 als auch bei den Paralympics 2016 Gold.
Als Ersatzläufer nominierte Bundestrainer Willi Gernemann den 20 Jahre alten Tom Malutedi nach. Er würde im Falle eines Einsatzes sein internationales Debüt geben. (RP/dpa)

SONNTAG, 9. JULI 2017
Hamburg

Sanierung bis 2018: Literaturhaus wird barrierefrei

Das Gebäude des Literaturhauses am Schwanenwik 38 in Hamburg-Uhlenhorst. (Foto: Claus-Joachim Dickow/Wikipedia, CC BY-SA 3.0)

Das Gebäude des Literaturhauses am Schwanenwik 38 in Hamburg-Uhlenhorst. (Foto: Claus-Joachim Dickow/Wikipedia, CC BY-SA 3.0)

An der Adresse Schwanenwik 38 befindet sich feinste Hamburger Baukunst: ein klassizistischer Bau aus dem Jahr 1867. Seit 1989 gibt er der Hamburger Literatur einen Ort – als Hamburger Literaturhaus. Die Immobilie gehört der „Zeit“-Stiftung, die sich nun entschieden hat, das Haus umfassend zu sanieren und barrierefrei (für mobilitätseingeschränkte Menschen) zu machen. Bis Ende kommenden Jahres soll ein Aufzug ins Gebäudeinnere gebaut werden. Erneuert werden sollen im Hinblick auf eine behindertengerechte Toilette auch die sanitären Anlagen. Hamburger Abendblatt

Sachsen

Land fördert Anschaffung barrierefreier Linienbusse in der Oberlausitz

Verkehrsminister Martin Dulig (SPD; Foto: Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr)

Verkehrsminister Martin Dulig (SPD; Foto: Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr)

Das Verkehrsministerium Sachsen stellt für neue Linienbusse in der Oberlausitz 1,08 Millionen Euro bereit. Das Geld kommt der Regionalbus Oberlausitz GmbH für die Anschaffung von insgesamt zehn barrierefreien Standard- und zwei Gelenklinienbusse zugute, wie das Verkehrsministerium mitteilte. Sachsen hatte angekündigt, im Jahr 2017 den Öffentlichen Nahverkehr im Land mit 130 Millionen Euro zu unterstützen. „Davon profitiert natürlich auch der ÖPNV in der Oberlausitz“, erklärte Verkehrsminister Martin Dulig (SPD). (dpa/sn)

Zur Startseite Zum Tagebuch

Diesen Artikel teilen:
ROLLINGPLANET

ROLLINGPLANET

Wir sind geil aufs Leben, seriös, oft fröhlich und ironisch, manchmal schräg, hin und wieder ungerecht, aber in den seltensten Fällen ideologisch: ROLLINGPLANET, Deutschlands führendes Online-Magazin für Behinderte, Senioren und Freunde. ROLLINGPLANET ist ein ehrenamtlich realisiertes Non-Profit-Projekt. Wir freuen uns, wenn Sie via Facebook, Twitter oder per Mail ROLLINGPLANET empfehlen. Mehr Infos: Über uns

KOMMENTAR SCHREIBEN