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Offizielle Notruf-App für Menschen mit Hörbehinderung soll kurzfristig kommen

Anwendung wird für Google, Android, Apple iOS und Microsoft Windows mobile verfügbar sein.

Gehörlose fordern schon seit längerem einen für sie nutzbaren Notruf (Foto: Marco Strauß)

Gehörlose fordern schon seit längerem einen für sie nutzbaren Notruf (Foto: Marco Strauß)

Die offizielle Notruf-App für Smartphone und Tablet-PC soll kurzfristig kommen, teilt der Deutscher Gehörlosen-Bund e.V. mit. Die Software-Anwendung werde den gesetzlichen Bestimmungen des § 108 TKG (Telekommunikationsgesetz), der nationalen Verordnung über Notrufverbindungen (Notrufverordnung – NotrufV) und den Anforderungen der Technischen Richtlinie Notrufverbindungen (TR Notruf) entsprechen.

Auch und insbesondere Menschen mit Sprach-, Hör- oder sonstigen körperlichen Beeinträchtigungen sollen dabei berücksichtigt werden. Die Notruf-App werde demnächst für die vier wichtigsten Betriebssystemplattformen Google, Android, Apple iOS und Microsoft Windows mobile mit jeweils gleichem Funktionsumfang und weitgehend gleicher Bedienoberfläche verfügbar sein.

Dank der technischen Ausstattung der neuen Endgeräte sei es inzwischen möglich, den Notruf zur europaeinheitlichen Notrufnummer 112 (in Deutschland traditionell Rettungsdienst/Feuerwehr) und 110 (Polizei) erheblich zu verbessern und dadurch die Rettungskette deutlich zu verkürzen. Von großem Nutzen sei dabei insbesondere, dass in der Regel oftmals in den Endgeräten ein Modul zur exakten Positionsbestimmung des Endgerätes integriert ist (GPS).

Bald – aber noch kein exakter Termin bekannt

Unter anderem diese technische Komponente führte laut Gehörlosen-Bund dazu, dass seitens staatlicher Stellen schon 2009 damit begonnen wurde, eine offiziell autorisierte Softwareanwendung für den Notruf aus öffentlichen Mobilfunknetzen, ausgehend von Smartphones und Tablet-PC (sogenannte Notruf-App), zu erstellen und damit dem „derzeitigen Wildwuchs an sogenannten Nothilfe-Apps entgegenzuwirken“.

Die neu zu entwickelnde Notruf-App soll zunächst in Deutschland und später auch im europäischen Ausland verfügbar sein. Sie dient zudem der Vorbereitung des mobilen Endgerätemarktes auf den ab voraussichtlich im Jahr 2015 einzuführenden paneuropäischen automatisierten mobilen Notruf eCall.

Ergebnis einer großen Runde

Das ist das Ergebnis einer Besprechung mit Vertretern des Bundesministeriums des Innern, der Innenministerien Rheinland-Pfalz und Baden Württemberg, des Bundeskriminalamtes, des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie, des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales und des Bundeskompetenzzentrum Barrierefrei e. V., die sich am 22. Mai 2013 in Berlin trafen.

Der Deutsche Schwerhörigenbund e. V. wurde von der DSB-Geschäftsführerin Sabine Mittank und von Klaus Büdenbender, Bundesreferat „Barrierefreies Planen und Bauen“, vertreten; für den Deutschen Gehörlosen Bund e.V. war Wolfgang Bachmann vor Ort. Federführend ist in diesem Projekt die nationale Expertengruppe Notrufe (EGN).

Die Expertengruppe Notrufe ist ein Gremium der Ständigen Konferenz der Innenminister und –senatoren der Länder (IMK). Die Mitglieder der EGN sind zu großen Teilen personenidentisch mit den vom Bundesministerium des Innern (BMI) benannten Vertretern der Betreiber von Notrufabfragestellen.

(PM)

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1 Kommentar

  • Bubu

    Das ist so wie die BITV 2.0, die sollte auch bald kommen und dann hat es auch nur drei Jahre geaduert.

    25. Juni 2013 at 13:35

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