Oliver Straub: Tour für gutes Bundesteilhabegesetz erfolgreich beendet

Der 32-Jährige reiste mit dem Elektrorollstuhl vom Bodensee nach Berlin. Von Ottmar Miles-Paul

Oliver Straub (Foto: privat)

Oliver Straub (Foto: privat)

Oliver Straub ist bereits seit 20. August mit seinem Elektrorollstuhl auf Tour für ein gutes Bundesteilhabegesetz vom Bodensee nach Berlin. Heute ist er wohlbehalten in Berlin angekommen und wurde an verschiedenen Stellen von der Bundesbehindertenbeauftragten Verena Bentele, Abgeordneten des Deutschen Bundestages und UnterstützerInnen sowie von der Bundestagsvizepräsidentin Ulla Schmidt empfangen.

Der 32-jährige ehemalige Maurer Oliver Straub ist seit 2003 nach einem Badeunfall querschnittgelähmt, nutzt einen Elektrorollstuhl und ist im Alltag auf die Unterstützung durch seine AssistentInnen angewiesen. Mit der Tour hat Oliver Straub auf die noch vielfältigen Benachteiligungen behinderter Menschen hingewiesen und für ein gutes Bundesteilhabegesetz geworben. Das Gesetz wird derzeit vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales erarbeitet und soll nächstes Jahr vom Bundestag und Bundesrat verabschiedet werden.

Leben statt in Sondereinrichtungen abgeschoben werden

Oliver Straub kritisierte während seiner Tour zum Beispiel, dass behinderte Menschen, die aufgrund ihrer Behinderung auf Hilfen vom Sozialamt angewiesen sind, lebenslang arm gehalten werden, da sie maximal 2.600 Euro ansparen dürfen und einen Teil ihres Einkommens abgeben müssen. Auch PartnerInnen sind davon betroffen, da zusammen nur 3.214 Euro angespart werden dürfen, um die Finanzierung der Hilfen zu bekommen, die man aufgrund der Behinderung benötigt.

Er fordert daher die Abschaffung der Anrechnung des Einkommens und Vermögens auf Hilfen für behinderte Menschen durch ein Bundesteilhabegesetz. Zudem zeigte Oliver Straub anhand seines eigenen Beispiels während der Tour auf, dass behinderte Menschen mitten in der Gemeinde statt in Sondereinrichtungen mit den Hilfen, die sie benötigen, leben können und sollen.

(RP/PM)

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