Olympia: Die Leidenschaft des Samuel Koch

Der querschnittsgelähmte ehemalige Turner reiste nach London und feierte gestern Abend mit Fabian Hambüchen den Gewinn der Silbermedaille am Reck.

Archivfoto, das nicht den Wettbewerb am Reck zeigt: Fabian Hambuechen turnt am Boden am vergangenen Montag im Teamwettbewerb (Foto: Axel Schmidt/dapd).

Wetten, dass...

Der verhängnisvolle dritte Wagen: Samuel Koch stürzt über das Auto, das sein Vater lenkt (Screenshot, ZDF)

Bis zu seinem 13. Lebensjahr erwägte Koch, auf ein Turn- oder Sportinternat zu wechseln, entschied sich dann aber dagegen, weil er befürchtete, später als Turner seinen Lebensunterhalt nicht bestreiten zu können: „Beim Fußball kannst Du mit 18 Millionär werden. Beim Turnen nie“.

Ab seinem 16. Lebensjahr war Turnen „leider kein ernsthafter Berufswunsch mehr, sondern lediglich eine große Leidenschaft“, schreibt er in seinem Buch „Zwei Leben“.

“Eine Wahnsinns-Leistung“

Nur eine große Leidenschaft bewegte den bei der Sendung „Wetten, dass…?“ verunglückten Koch dazu, extra für das Finale am Königsgerät nach London zu reisen. Und dort feierte der 24-Jährige gestern Abend gemeinsam mit Fabian Hambüchen dessen Gewinn der Silbermedaille am Reck. „Es hat mich total umgehauen, wie Fabi geflogen ist. Eine Wahnsinns-Leistung“, sagte Koch in der „Bild“.

Hambüchen saß auch mit seinem Vater Wolfgang am Abend seines Triumphes lange zusammen und gab heute morgen zu: „Wir haben überlegt, ob wir die Sicherheitskräfte übergehen. Aber dann hätten wir wohl ziemlich Ärger bekommen.“ Wolfgang Hambüchen war die Akkreditierung sowohl für die Wettkämpfe als auch für die Trainingshallen verweigert worden. Gemeinsam mit Hambüchens Onkel Bruno wohnte er während der Spiele in einem Wohnwagen 60 Kilometer von London entfernt.

(dapd/RP)

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