Olympia-Premiere: Pistorius im Halbfinale

Auch die deutschen Meckerfritzen im Vorfeld konnten ihn nicht stoppen.

Pistorius kommt als Zweiter ins Ziel (Foto: dpa)

Sie hatten gemeckert und protestiert, haben Oscar Pistorius aber ganz offensichtlich nicht aus der Fassung und Form bringen können – und werden sich nun erst recht bestätigt fühlen: Helmut Digel, deutsches Councilmitglied im Leichtathletik-Weltverband (IAAF), hält es für ungerecht, dass Pistorius bei Olympia starten darf, auch Clemens Pork, deutscher Leichtathletik-Präsident, lehnt dies ab, weil Pistorius durch seine Prothesen Vorteile hätte. (ROLLINGPLANET berichtete: „Fehlurteil“: Die Olympia-Premiere von Pistorius erregt weiter die Gemüter).

Egal: Der Südafrikaner hat über 400 Meter das Halbfinale bei den Olympischen Spielen in London erreicht. Er ist der erste beidbeinig amputierte Leichtathlet, der mit Prothesen bei Sommerspielen an den Start gegangen ist.

Erfolgreiche Olympia-Premiere

Der 25-jährige dreifache Paralympics-Sieger qualifizierte sich heute in 45,44 Sekunden als Vorlauf-Zweiter direkt für die nächste Runde. Besser war in seinem Lauf nur Luguelin Santos (Dominikanische Republik), der 45,04 Sekunden schnell lief. Das Halbfinale ist am Sonntag (5.8.2012, ZDF, 19.50 Uhr).

Pistorius hatte 2008 seinen Start bei Titelkämpfen nichtbehinderter Sportler vor dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS) durchgesetzt. Das CAS hob ein durch den IAAF verhängtes Startverbot auf. Die IAAF wollte Pistorius die Teilnahme an ihren Wettkämpfen in der Annahme verweigern, dass ihm die High-Tech-Prothesen einen Vorteil gegenüber den nichtbehinderten Läufern verschaffen würden.

Im Vorjahr war er in Daegu/Südkorea zum ersten Mal bei einer WM angetreten und bis in das Halbfinale vorgestoßen. Psitorius soll in London auch in Südafrikas 4×400-Meter-Staffel (Donnerstag/Freitag kommender Woche) eingesetzt werden.

Ausführlicher Bericht: „Blade Runner“ Pistorius schreibt Geschichte

(dpa/RP)


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