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Oscar Pistorius demnächst ein Abasiophilie-Leckerbissen?

Gutachterin: Dem Paralympics-Star drohen im Gefängnis Vergewaltigungen. Von Thomas Burmeister

Oscar Pistorius vor Gericht (Foto: EPA / Kevin Sutherland / dpa)

Oscar Pistorius vor Gericht (Foto: EPA / Kevin Sutherland / dpa)

Sollte der südafrikanische Paralympics-Star Oscar Pistorius ins Gefängnis geschickt werden, würden ihn dort nach Ansicht seiner Verteidiger andere Häftlinge vergewaltigen. „Er wäre sicher ein Fall für solche Gruppenvergewaltigungen“, sagte am Dienstag eine von Pistorius‘ Anwälten bestellte Gutachterin. Solche Gewalt sei in Südafrikas Haftanstalten an der Tagesordnung, machte sie am zweiten Tag der gerichtlichen Anhörungen zum Strafmaß für Pistorius geltend.

Staatsanwalt Gerrie Nel widersprach heftig. Er strebt eine möglichst hohe Haftstrafe an, nachdem die Richterin seine Anklage wegen Mordes zurückgewiesen hat. Bei einer Verurteilung wegen Mordes hätte Pistorius in jedem Fall ins Gefängnis gemusst.

Der beinamputierte Prothesen-Sprinter erschoss im Februar 2013 in seinem Haus durch eine geschlossene Toilettentür seine Freundin Reeva Steenkamp. Das sei versehentlich geschehen, er habe sie für einen Einbrecher gehalten, beteuerte Pistorius vor Gericht. Er wurde dafür vor einem Monat der fahrlässigen Tötung schuldig gesprochen.

Erklärung zu unserer geschmacklosen Überschrift

Amelotatismus (von griech. a „ohne“, melo „Glied“, tasis „Zuneigung“), auch Amputationsfetischismus genannt, ist eine sexuelle Präferenz für Menschen mit fehlenden Gliedmaßen. Sie ist eine Form des Deformationsfetischismus, der eine sexuelle Vorliebe für körperliche Verstümmelungen oder Mißbildungen bezeichnet.

Der Amelotatismus beinhaltet sowohl die Apotemnophilie, dem Wunsch nach der Amputation eigener Gliedmaßen, wie auch die Acrotomophilie, die Lust an Verstümmelungen des Partners. Unüblichere Bezeichnungen für diese Neigung sind Amelotaphilie, Amputophilie, Amelotasis und Amputismus. Eine spezielle Form des Amelotatismus ist die Sexuelle Bevorzugung gehbehinderter Partner, die als Abasiophilie bezeichnet wird.

Amelotatisten bezeichnen sich häufig als devotee (Abkürzung devo), admirer oder amelo.

(Quelle: Wikipedia)

Hinweis: ROLLINGPLANET findet Vergewaltigungen trotz der Überschrift nicht lustig – unter keinen Umständen.

Gefängnis oder gemeinnützige Arbeit?

Nach mehrtägigen Anhörungen muss Richterin Thokozile Masipa entscheiden, welche Strafe er dafür bekommt. Das Gesetz bietet ihr eine Bandbreite von Auflagen zur gemeinnützigen Arbeit bis hin zu 15 Jahren Haft. Die Anhörungen könnten sich nach Einschätzung von Experten noch bis Donnerstag hinziehen. Die Richterin könnte dann am Freitag ihre Entscheidung über das konkrete Strafmaß bekanntgeben. Nach der südafrikanischen Strafprozessordnung kann sie sich zur Abwägung aller Argumente allerdings noch weit mehr Zeit nehmen.

Die von der Verteidigung beauftragte Bewährungshelferin Annette Vergeer betonte – ähnlich wie am Vortag die Psychotherapeutin von Pistorius -, der Behindertensportler sei seelisch gebrochen. Er werde von Schuldgefühlen und Reue überwältigt. „Seine Bestrafung begann schon an dem Tag, als er Miss Steenkamp erschoss“, sagte sie. Das Gefängnis würde Pistorius laut ihr „endgültig brechen“.

Opferfamilie nahm Geld von Pistorius an

Vergeer empfahl, Pistorius eine Auflage zu dreijähriger gemeinnütziger Arbeit zu erteilen. Vorstellbar wäre die Betreuung behinderter Kinder. Der Staatsanwaltschaft wertete dies als abwegig. Er will bei der Anhörung, die am Mittwoch fortgesetzt wird, mehrere eigene Zeugen und Sachverständige aufbieten.

Pistorius folgte den Auseinandersetzungen auch am Dienstag mit gesenktem Kopf. Er zeigte auch keine Regung, als beim Kreuzverhör von Vergeer Geldzahlungen von ihm an die Familie von Reeva Steenkamp zur Sprache kamen. Die Bewährungshelferin erklärte, sie habe von der Verteidigung erfahren, dass Pistorius die finanziell angeschlagene Familie mit monatlichen Überweisungen unterstützt habe.

„Ja, sie haben Geld von ihm akzeptiert“, erklärte der daraufhin befragte Anwalt der Steenkamp-Familie, Dup de Bruyn. „Aber sie werden es zurückzahlen.“ De Bruyn zufolge überwies Pistorius 18 Monate lang jeweils 6000 Rand (430 Euro). Zuvor hatte Reeva Steenkamp ihre Familie unterstützt, die als Model gut verdient hatte. Laut Medienberichten hat die Familie zugestimmt, sich für Interviews bezahlen zu lassen. „Nachdem Reeva getötet worden war, gerieten ihre Eltern in finanzielle Schwierigkeiten“, sagte dazu der Anwalt.

(dpa)

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