Kurz gemeldet





Rollstuhlfahrer will gegen Nahles antreten

Nein, eine Kneipenidee sei es nicht, versichert Rolf Allerdissen. Der 51-jährige Rollstuhlfahrer will bei der Wahl um den SPD-Bundesvorsitz gegen die übermächtige Andrea Nahles antreten. Vor wenigen Tagen habe er der SPD-Zentrale in Berlin per Einschreiben seine Kandidatur gemeldet. „Wenn man in einer Stadt wie Leipzig wohnt, wird man schnell politisiert“, sagt der Frührentner. Für einen Menschen mit Behinderung sei es oft schwer, an der Gesellschaft teilhaben zu können. Das habe er nicht länger akzeptieren wollen und engagierte sich. Er ist nach eigenen Angaben unter anderem Mitglied im sozialdemokratischen Landesvorstand der Arbeitsgemeinschaft „Selbst Aktiv“ in Sachsen, die sich um die Belange von Behinderten kümmert. Neue Westfälische

21-Jähriger Jungunternehmer mit Down-Syndrom verdient Millionen mit Socken

John Cronin fand einfarbige Socken einfach zu langweilig und gründete ein Start-up. Mit seinen verrückten Socken will er Menschen Freude bereiten – mittlerweile trägt sie sogar Justin Trudeau. Eine Erfolgsgeschichte. ze.tt

Bundesteilhabegesetz: „Das fehlt uns noch“

Rund 230 Teilnehmende des Kongresses „Du + Ich = Wir bewegen Politik!“ des Beirats für Menschen mit Behinderung im Bundesverband evangelische Behindertenhilfe (BeB) stimmten für das Forderungspapier „Das fehlt uns noch“ zum Bundesteilhabegesetz. Der Vorsitzende des Beirats unterstrich besonders eine Forderung: „Alle Menschen sollen, unabhängig von ihrer Behinderung und Wohnform, die Regelbedarfsstufe 1 erhalten – gleiches Geld für alle.“ Weiterlesen auf ROLLINGPLANET

Warum die angebliche Barrierefreiheit am Bahnhof Unna ein Witz ist


Der Lift für behinderte Menschen am Bahnhof Unna ist defekt. (Foto: Daniele Giustolis/Unna24).

Die Barrierefreiheit am Bahnhof in Unna (Nordrhein-Westfalen) ist nicht nur aktuell ein Witz. Selbst an Tagen, an denen der Lift funktioniert, müssen Rollstuhlfahrer Mühen auf sich nehmen. Mal spontan mit der Bahn wohinfahren, das geht als behinderter Mensch ab Unna nicht. Man muss sich 24 Stunden vorher bei der Bahn anmelden, ist ständig auf die Hilfe der Dienstleister von der Hellweg-Ambulanz oder der Radstation angewiesen. Zu allem Überfluss gibt es dann doch noch die idiotischen Vandalen, die meinen, sie müssten den Bahnhof kurz und klein schlagen. Zu wünschen wäre es, dass sie dafür, sollten sie geschnappt werden, empfindlich dafür zahlen müssen. Aber dafür bedürfte es intensiver Aufklärungsarbeit durch die Bundespolizei. Und da – das ist inzwischen bekannt – brennt personell der Baum. Bleibt die Frage, ob da ein kaputter Treppenlift in Unna für Aufregung sorgt. Unna24

Potsdam erhält einen neuen Beirat für Menschen mit Behinderung

Bei einer öffentlichen Veranstaltung im Potsdam Museum wurden am Mittwoch (21. Februar) die zukünftigen Mitglieder des Gremiums sowie deren Nachrücker per Losverfahren bestimmt. Sie werden sich in Zukunft für die Selbstbestimmung und gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung in Potsdam stark machen. Die ausgewählten Kandidatinnen und Kandidaten werden von der Stadtverordnetenversammlung am 7. März offiziell für fünf Jahre benannt. Focus Online

Was Bayern-Star Corentin Tolisso mit behinderten Menschen am Hut hat

Bayern Münchens Rekordtransfer Corentin Tolisso – vor der Saison für 41,5 Millionen Euro von Olympique Lyon gekommen – warnt:

„Im Fußball besteht die Gefahr abzuheben, weil du berühmt bist und viel Geld verdienen kannst – aber ich bin so erzogen worden, dass mir solche Dinge nicht zu Kopf steigen“.

Deshalb hat er sich das Bekenntnis tätowieren lassen: „Ich weiß, woher ich komme“. Der 23-jährige Franzose verdankt diese Bodenständigkeit, wie er sagt, insbesondere seiner Mutter, die als Direktorin einer Einrichtung für Menschen mit Behinderungen arbeitet. Durch sie sei er bereits früh mit behinderten Menschen in Kontakt gekommen. Welt

„antons meet&eat“ in Fulda gestartet

Ein Treffpunkt von Menschen mit und ohne Handicap für Menschen mit und ohne Handicap – das möchte das „antons meet&eat“ in der Robert-Kircher-Straße im hessischen Fulda (67.500 Einwohner) sein. In dieser Woche öffnete der außergewöhnliche Laden seine Pforten.

Frau im Ohr

Nichts sehen können und trotzdem Kinofan? Eine App macht Filme für Blinde erlebbar. Geschichte einer kleinen Revolution anlässlich der Berlinale. Neues Deutschland

„Wir sind uns alle so ähnlich“: Sexualität mit Behinderung

Behinderung ist verpönt, versteckt, und Sexualität bei Menschen mit Behinderung ist ein Tabu-Thema“, sagt Jérôme Deya über seine Arbeit. Das will der Fotograf mit seinen Bildern unter dem Titel „Inconvenient Nudes“ ändern. Stern, Jérôme Deya

RSV Lahn-Dill verpflichtet Center Jan Gans

Rollstuhlbasketball: RSV Lahn-Dill hat mit Jan Gans (30) seine erste Neuverpflichtung für die Spielzeit 2018/2019 getätigt. Für den Verein ist es eine späte Liebe auf den zweiten Blick, die er nun umso leidenschaftlicher bekundet: „Wir freuen uns riesig.“ Weiterlesen auf ROLLINGPLANET

TU Dresden führt neues Leitsystem ein

Nicht selten sind auf dem Campus der TU Dresden gestresste Studenten anzutreffen, die verzweifelt nach ihrem Hörsaal suchen. Ein gutes Leitsystem ist dort Gold wert. Noch schwieriger wird es für Rollstuhlfahrer und Sehbehinderte. Die Uni hat deshalb ein neues barrierefreies Leit- und Orientierungssystem entwickelt. Dresdner Neueste Nachrichten

Verena Bentele soll künftig Sozialverband VdK führen

Neue Präsidentin des Sozialverbands VdK soll die derzeitige Bundesbehindertenbeauftragte und frühere Paralympics-Sportlerin Verena Bentele (Foto: Kay Nietfeld/dpa) werden. Die 35-Jährige wurde vom Landesvorstand des Sozialverbands VdK Bayern für das Amt nominiert, wie dieser am Dienstag (13.2.) mitteilte. Sie soll Ulrike Mascher nachfolgen, die Bentele persönlich als ihre Nachfolgerin empfohlen habe. Mascher tritt beim VdK-Bundesverbandstag im Mai 2018 nicht mehr an. (ag)

Bielefelder Zollamt sperrt Rollstuhlfahrer aus

Trotz des Behindertengleichstellungsgesetzes kommen Rollstuhlfahrer nicht in das Amt. Es existiert weder Rampe noch Aufzug oder Hintereingang. „Eine absolute Sauerei“, klagt Sabine Jacke, Mutter eines Jungen im Rollstuhl. „So etwas kann sich eine Behörde heutzutage einfach nicht mehr erlauben“.

Wer schlecht zu Fuß sei, könne auch eine Zollabfertigung via Post beantragen, sagt Lars Dey, stellvertretender Pressesprecher des Hauptzollamts Bielefeld: „Das kostet allerdings 28 Euro extra.“ Neue Westfälische

Allianz erzählt Geschichten von drei paralympischen Athleten

Kurz vor dem Beginn der Winter-Paralympics am 8. März in Pyeongchang startet die Allianz zusammen mit ihrem Partner, dem International Paralympic Comittee (IPC), eine Portraitreihe im Social Web. In der Content-Serie werden drei paralympische Athleten in jeweils rund zwei Minuten vorgestellt und auf der Piste gezeigt. Das Motto der Kampagne: „Limitless“.

Die Gesichter der Serie sind der 19-jährige Schweizer Robin Cuche, der mit einer Halbseitenlähmung geboren wurde und in den Disziplinen Slalom und Riesenslalom antritt, die sehbehinderte 19-jährige Millie Knight aus Großbritannien, die Slalom und Riesenslalom fährt, sowie die 24 Jahre alte, querschnittsgelähmte Monoskibobfahrerin Anna Schaffelhuber (Screenshot oben) aus Deutschland. Die Zweiminüter wurden allesamt im Rahmen der Alpin-Weltcup-Saison in St. Moritz Ende 2017 gedreht und zeigen die Athleten nicht nur im Einsatz auf der Piste, sondern auch hinter den Kulissen. Horizont

„Compagnion-to-go“: Start-up entwickelt App für Begegnungen auf Augenhöhe

Die Gründer Zacharias Wittmann und Marten Welschbach wollen mit einer App behinderte und nichtbehinderte Menschen zusammenbringen – für ein Konzert, ein Fußballspiel oder einfach eine Bahnfahrt. Compagnion-to-go soll eine Marktlücke schließen. Über die Website seien in den ersten acht Tagen knapp 20 Events gelaufen. Ein Anfang ist gemacht. „Es gibt viele Menschen mit Behinderungen, die auf Verwandte oder Freunde angewiesen sind, um ausgehen zu können“, weiß Wittmann. „Wir wollen ihnen mit unserem Angebot mehr Freiheit und Unabhängigkeit bieten.“ Bisher ist das Angebot noch kostenlos nutzbar. Später soll es dann eine Vermittlungsgebühr geben. Im Sommer soll die App offiziell starten. Frankfurter Neue Presse

Junge mit Down-Syndrom wird Werbestar

Mit gepunkteter Fliege um den Hals lacht Lucas Warren (1, Foto) in die Kamera – dieser Schnappschuss hat ihn zum Werbegesicht des US-amerikanischen Babynahrungsherstellers Gerber gemacht. Lucas setzte sich damit gegen mehr als 140.000 andere Babys durch, deren Angehörige Bilder beim jährlichen Foto-Wettbewerb des Unternehmens eingesendet hatten. Schöne Sache, auch weil hier eine Firma völlig vorurteilsfrei entschieden hat. (RP)

NS-Euthanasie-Opfer: Streit über Denkmal für ermordete Menschen mit Behinderung

In Magdeburg gibt es Streit um ein Denkmal für die Opfer der NS-Euthanasie. Der Künstler Bernd Morgenroth hat ein Modell im Kulturausschuss des Stadtrates vorgestellt. Er plant eine 2,50 Meter große Skulptur, die er gemeinsam mit sechs Künstlern mit geistiger und/oder körperlicher Behinderung anfertigen will. Nach Morgenroths Darstellungen wäre es das erste öffentliche Denkmal für Opfer der sogenannten Euthanasie, das von Menschen mit Behinderung gebaut wird, also von Menschen, die unter den Nazis wahrscheinlich selbst Opfer der Tötungsmaschinerie geworden wären.

Stehen soll das Denkmal seinem Vorschlag nach dort, wo früher die Magdeburger Gestapozentrale war, eine Fläche, die heute zum Kunstmuseum gehört. Doch der Stadtrat hat ihm signalisiert, dass er das nicht will. Der Magdeburger Kulturbeigeordnete Matthias Puhle erläutert, dass so ein Denkmal dort nicht hinpasse. Deutschlandfunk

Ein tauber Fußballprofi: Simon Ollert

Simon Ollert ist von Geburt an medizinisch taub – und dennoch professioneller Fußballspieler. Dank einer geringen Resthörigkeit kann der Stürmer mithilfe eines Hörgeräts Geräusche wahrnehmen und kommunizieren. Auf dem Platz ist das nicht möglich. Im Interview erklärt der 20-Jährige, wie das Zusammenspiel mit seinen Mitspielern funktioniert, wie er fremde Mütter zu Tränen rührte und was in Deutschland mit Blick auf die Inklusion von Menschen mit Behinderung schief läuft. Spox

Krauthausen kritisiert Koalitionsvertrag

Raul Krauthausen (Foto: Gesellschaftsbilder.de/Andi Weiland), Aktivist für Behindertenrechte und Inklusion, hat den Koalitionsvertrag von Union und SPD als unzureichend kritisiert. Viele Angebote, die der Vertrag erwähne, seien wenig konkret.

„Ich stelle enttäuscht fest, dass viele Dinge darin stehen, die erst einmal gut klingen, aber bei näherem juristischen Blick butterweich sind“,

sagte Krauthausen der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Leipzig. Domradio

Verbände fordern mehr Mitbestimmung in der Pflege

Für die Interessen pflegebedürftiger und behinderter Menschen setzen sich bundesweit einige Verbände ein. Gemeinsam kritisieren diese Organisationen, dass sie die Rechte von Pflegebedürftigen, Behinderten und ihren Familien nicht ausreichend vertreten können, weil sie in den wichtigen Gremien der Pflege nur eine eingeschränkte Mitbestimmung haben. Die Verbände fordern Nachbesserungen von der Politik. Weiterlesen auf ROLLINGPLANET

Inklusive Bildung: „Union und SPD lassen Schulen hängen“

Die GroKo hat sich in ihrem Entwurf für einen Koalitionsvertrag geeignet, Bildung mit mehr als 5 Milliarden Euro aus Bundesgeldern zu fördern. Die Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen mahnt weitere Schritte und Eile an und fordert, dass Bildung in Deutschland inklusiv wird. Weiterlesen auf ROLLINGPLANET

Diese Sportler starten bei den Paralympics für Deutschland

Mit 20 Athleten startet Deutschland bei den Paralympics in Pyeongchang vom 9. bis 18. März 2018. Elf Frauen und neun Männer sind in den nordischen und alpinen Skiwettbewerben sowie im Rollstuhlcurling dabei. Nach Südkorea reisen auch vier Begleitläufer. Der Kader im Überblick:

Para Ski alpin

Anna-Lena Forster (BRSV Radolfzell), Georg Kreiter (RSV Murnau), Thomas Nolte (MTV Braunschweig), Anna-Maria Rieder (RSV Murnau), Noemi Ristau (SF/BG Marburg), Andrea Rothfuss (VSG Mitteltal), Anna Schaffelhuber (TSV Bayerbach), Begleitläufer: Lucien Gerkau (Noemi Ristau).

Para Ski nordisch

Alexander Ehler (SV Kirchzarten), Andrea Eskau (USC Magdeburg), Martin Fleig (Ring der Körperbehinderten Freiburg), Vivian Hösch (Ring der Körperbehinderten Freiburg), Clara Klug (PSV München), Steffen Lehmker (WSV Clausthal-Zellerfeld), Nico Messinger (Ring der Körperbehinderten Freiburg), Anja Wicker (MTV Stuttgart), Begleitläufer: Martin Härtl (Clara Klug), Lutz Klausmann (Nico Messinger), Florian Schillinger (Vivian Hösch).

Rollstuhlcurling

Wolf Meißner (CC Füssen), Heike Melchior (Eintracht Frankfurt), Harald Pavel (CC Schwenningen), Christiane Putzich (CC Füssen), Martin Schlitt (Eintracht Frankfurt).

(PM)

AUSFÜHRLICH BERICHTET

Wir bereiten derzeit den großen ROLLINGPLANET-Relaunch vor. Wir bitten deshalb um Verständnis, wenn wir 2018 seltener als gewohnt ausführlich berichten. Siehe dazu auch unser Editorial

KONTROVERS

Eine/r von uns

Kultur & Medien

Liebe, Sexualität & Erotik