Pakistan verschärft Polio-Abwehr an der Grenze zu Afghanistan

Gesundheitsministerium erhöht Altersgrenze für Impfungen auf zehn Jahre.

Pakistanisch-afghanische Grenze (Foto: dpa)

Pakistanisch-afghanische Grenze (Foto: dpa)

Das pakistanische Gesundheitsministerium erhöht an der afghanisch-pakistanischen Grenze die Altersgrenze von Polio-Impfungen für Kinder von fünf auf zehn Jahre. Das geht aus einem Bericht der Zeitung „Express Tribune“ vom Donnerstag hervor. Von den sechs in Pakistan in diesem Jahr registrierten Neuerkrankten hätten sich drei nach Afghanistan zurückverfolgen lassen.

Zehntausende Menschen passieren die Grenzübergänge täglich. Experten warnen, dass die Viruserkrankung so immer wieder wechselseitig in die beiden Länder gelangt. Wegen der wachsenden Unsicherheit in Afghanistan können Gesundheitsbehörden viele Kinder für Impfungen nicht mehr erreichen.

Die einzigen Länder mit Polio-Übertragungen

Afghanistan und Pakistan sind die einzigen Länder der Welt, in denen die Kinderlähmung noch übertragen wird. In Pakistan ging die Zahl der Neuerkrankten von 306 Fällen in 2014 auf 54 Fälle in 2015 zurück. In Afghanistan waren vergangenes Jahr 20 Fälle gemeldet worden.

Kinderlähmung trifft vor allem jüngere Kinder. Eine von 200 Infektionen führt laut Weltgesundheitsorganisation zu dauerhaften Lähmungen. Von diesen Erkrankten sterben fünf bis zehn Prozent, weil die Atemmuskeln betroffen sind. Das Virus wird hauptsächlich durch Fäkalien von Mensch zu Mensch übertragen.

(dpa)

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