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Panah ist auf und davon und unbreakable

VOX machte die Kämpferin in der Dokusoap „auf und davon“ einem größeren Publikum bekannt. ROLLINGPLANET stellt die Sängerin und ihr bewegtes Leben vor. Plus Video und Videoalbum.

Das private Fotoalbum von Panah

Der Traum von der Weltkarriere

Die meisten Menschen, die ihren Traum verkünden, Sänger zu werden, wissen nicht, was es wirklich bedeutet, zu kämpfen – ganz anders Panah. Sie hat Furchtbares erlebt – und nie aufgegeben: Die Österreicherin und gebürtige Kurdin weiß, dass Musik für sie LEBENSWICHTIG ist. Nun will sie in New York den Durchbruch als Rhythm & Blues- (RnB) und Soul-Sängerin schaffen und hat ihre neue Single „unbreakable“ („nicht zerbrechlich“, siehe Video ganz unten) herausgebracht.

Einem größeren Fernsehpublikum wurde Panah in der in diesem Februar ausgestrahlten VOX-Serie „Auf und davon – mein Auslandstagebuch“ bekannt. Der Sender begleitete die Rollstuhlfahrerin nach New York, wo sie einen der wichtigsten Musikproduzenten der Millionenmetropole traf – Ken Lewis, der mit Stars wie 50 Cent, Usher und Kenye West zusammenarbeitet. Panah hatte Lewis via Facebook kontaktiert und ihm Probeaufnahmen geschickt. Dieser war begeistert – er nahm mit Panah die Single „unbreakable“ auf: „Die größte Chance meines Lebens“, wie Panah sagt.

Österreich ist Panah zu klein. Sie will raus in die weite Welt. Nach New York. Sie glaubt, dass – hat man erst mal Big Apple erobert – einem auch die ganze Welt zuhört. Aber Panah hat inzwischen bereits gelernt: So einfach ist diese Formel nicht. Wollen allein genügt nicht. Und vieles in dieser Großstadt ist nur Fassade, sagt sie, und das Showbusiness oberflächlich. Das ändert indes nichts an ihrem Ehrgeiz, ein echter „Superstar zu werden“.

Eine dramatische Kindheit

Panah wurde im Norden von Irak geboren. Sie hat das Guillain-Barré-Syndrom (auch Landry-Guillain-Barré-Strohl-Syndrom genannt), eine Störung des peripheren Nervensystems. Das Krankheitsbild und sein Verlauf sind ganz unterschiedlich. In vielen Fällen kommt es zu Lähmungen zunächst der Bein- und später auch der Armmuskulatur sowie zu leichten Sensibilitätsstörungen.

Die heute 25-Jährige ist das Opfer eines Kunstfehlers infolge einer Impfung. Als sie drei Jahre alt war, veränderte eine einzige Spritze ihr Leben. Sie war danach fast ein Jahr lang blind und fiel anschließend in ein elfmonatiges Koma. Als die Ärzte die Hoffnung aufgegeben hatten und die Maschinen abstellen wollten, erwachte das kleine Mädchen. Ein Wunder, wie Panah sagt. „Ich habe sehr früh gelernt, zu kämpfen. Nur so kannst du deine Ziele erreichen.“

Wie der behinderte X-Factor-Castingstar Emmanuel Kelly hat Parah unter Saddam Husseins Schreckenszeit (Diktator von Juli 1979 bis Dezember 2003) und während des Golfkrieges (1988 und 1990) gelitten. 15 Mitglieder ihrer Familie kamen um. Die Eltern flohen mit Panah und landeten nach einer Odyssee in Österreich. Während der Flucht bekam die Siebenjährige von einem türkischen Mann eine Kassette mit Hits von Michael Jackson geschenkt. Das habe ihr „Hoffnung und Freude“ zurückgebracht: „Ich spürte die positive Energie. Damals beschloss ich, Sängerin zu werden und wie Jackson anderen Menschen eine Freude zu bereiten. Meine Mutter sang ich Lieder vor, um sie zu trösten. Musik hat mein Leben gerettet“.

Mit neun Jahren schrieb Panah ihre ersten Songs und übte vor ihrem Spiegel Showeinlagen. Mit 13 Jahren nahm sie an der „Mini Playback Show“ teil. Nur einen Monat später trat sie bei der Eröffnungsfeier der Paralympics in Sydney 2000 (Australien) auf – neben Superstars wie Kylie Minogue und Vanessa Amarosi.

Seither ist kein Tag vergangen, an dem Panah nicht ihr großes Ziel verfolgt, berühmt zu werden. Im Sommer 2008 hatte sie genug Geld zusammen, um erstmals für zwei Monate nach New York zu reisen und dort Kontakte zur Musikindustrie zu knüpfen. Inzwischen ist Panah regelmäßig in New York – „unbreakable“ ist der vorläufige Höhepunkt auf dem langen Weg zum erhofften Durchbruch.

Fotos: Privat Panah/Facebook

Video

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