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Para-normal-lifestyle: Eine andere Sicht auf Querschnittlähmung

Der Aktionstag Inklusion & Diversity am 23. April in Berlin stellt ein neues Buchprojekt vor – mit dabei ist unter anderem Paralympicssiegerin Kirsten Bruhn.

Auch das ist Para-normal-lifestyle: Rollifahrer Steven mit Tochter. (Foto: Apic Berlin/para-normal-lifestyle)

Auch das ist Para-normal-lifestyle: Rollifahrer Steven mit Tochter. (Foto: Apic Berlin/para-normal-lifestyle)

Der Aktionstag Inklusion & Diversity Berlin findet am 23. April 2017 in der Zeit von 11 Uhr bis 17 Uhr vor dem Brandenburger Tor statt. Schirmherr ist der regierende Bürgermeister der Stadt Berlin, Michael Müller. Mit einem bunten Programm wird die Inklusionsfackel zu ihrer Weltreise mit Globetrotter Sven Marx verabschiedet.

Ein guter Rahmen, um das partizipative Buchprojekt „para-normal-lifestyle – Eine andere Sicht auf Querschnittlähmung“ zu präsentieren. Gemeinsam mit einer der Autorinnen, Kirsten Bruhn, stellen die Herausgeber des Buchprojektes, Prof. Dr. Jessica Lilli Köpcke und Arne Schöning, um etwa 15:25 Uhr auf der großen Bühne ihr Inklusionsprojekt vor.

Das Projekt fasst anhand von Kurzgeschichten und Fotos ganz unterschiedliche Erlebnisse von Menschen mit Querschnittlähmung zusammen. Den Herausgebern ist dabei die Authentizität wichtig, jeder Autor berichtet aus seinem Leben mit Querschnittlähmung in seinen eigenen Worten. So werden die insgesamt 20 Autoren zu Experten in eigener Sache.

Die Sache mit den öffentlichen Toiletten

Prof. Dr. Jessica Lilli Köpke (Foto: Apic Berlin/para-normal-lifestyle)

Prof. Dr. Jessica Lilli Köpke (Foto: Apic Berlin/para-normal-lifestyle)

„Wenn unsere Autoren aus ihrem Alltag berichten, kommt viel Spannendes, Lustiges und Nachdenkliches zum Vorschein“,

so Herausgeberin Köpcke von der Medical School Berlin, die das aus der partizipativen Sozialforschung (siehe Info-Kasten unten) entstandene Projekt wissenschaftlich begleitet.

Kirsten Bruhn (Foto: dpa)

Kirsten Bruhn (Foto: dpa)

Eine dieser Expertinnen ist Kirsten Bruhn, mehrfache paralympische Goldmedaillengewinnerin und Weltmeisterin im Schwimmen. Mittlerweile ist sie im „Leistungsportruhestand“, aber privat und als Mitarbeiterin im Unfallkrankenhaus Berlin (UKB) gemeinsam mit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGVU) als Botschafterin für Reha und Sport nach wie vor aktiv. Im Projekt „para-nomal-lifestyle“ hat sie sich ein spezielles Thema vorgenommen: Sie veranschaulicht mit einem Foto die oft anzutreffende Situation in öffentlichen barrierefreien Toiletten.

Arne Schöning, Herausgeber und Fotograf des Projektes. (Foto: Apic Berlin/para-normal-lifestyle)

Arne Schöning, Herausgeber und Fotograf des Projektes. (Foto: Apic Berlin/para-normal-lifestyle)

Dieses und neun weitere Fotos werden von Arne Schöning, Herausgeber und Fotograf des Projektes, erstellt. Schöning ist ebenfalls querschnittgelähmt. Großen Wert legt er auf die Darstellung „der vielfältigen Lebensstile zwischen Normalität und außergewöhnlichen Situationen gelegt“. Das Buch soll „motivieren, informieren und leicht zugänglich sein“.

Musik kommt am 23. April unter anderem von einem weiteren Autor des Projektes, Dennis Zittlau alias Sittin Bull (mit seiner Songpremiere „Du bist perfekt“).

Veranstalter ist das Netzwerk Inklusion Deutschland. Weiterführende Informationen zur Veranstaltung unter: www.netzwerkinklusion.de

Was ist Partizipative Sozialforschung?
Das Ziel der Partizipativen Sozialforschung (PSF) ist ein Maximum an Partizipation am gesamten Forschungsprozess für die Menschen, deren Leben oder Arbeit erforscht wird. Dieses Kernmerkmal unterscheidet PSF von anderen Formen der Sozialforschung. Forschung wird nicht an, sondern mit den Menschen betrieben, um Erkenntnisse zu gewinnen, die zur Verbesserung ihrer Lebens- oder Arbeitsverhältnisse beitragen können. Es werden keine abstrakten „Daten“ generiert, die einen Abstand zu den Beforschten voraussetzen, sondern Erkenntnisse über das Leben bzw. die Arbeit von den Menschen gewonnen, die sie selbst für relevant halten. Der Forschungsprozess wird als Partnerschaft zwischen allen Beteiligten („Stakeholdern“) gestaltet, zu denen u. a. Wissenschaftler/innen, Fachkräfte des Gesundheits-, Sozial- oder Bildungswesens, Entscheidungsträger/innen und engagierte Bürger/innen der Zivilgesellschaft gehören.
Quelle: KHSB Berlin

(PM)

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