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Para-Tischtennis: Thomas Schmidberger zweifacher Europameister

DBS-Team beendet EM mit elf Medaillen – das ist „dicht am Optimum“ (selbst bei der Pressearbeit).

Wurde im Einzel- und Teamwettbewerb Europameister: Thomas Schmidberger (hier nach seinem Bronzeerfolg bei den Paralympics 2012 in London/Foto: Julian Stratenschult/dpa)

Wurde im Einzel- und Teamwettbewerb Europameister: Thomas Schmidberger (hier nach seinem Bronzeerfolg bei den Paralympics 2012 in London/Foto: Julian Stratenschult/dpa)

Vorab: ROLLINGPLANET hat schon oft die mangelnde Pressearbeit des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) und einzelner Behindertensportarten kritisiert. Heute jedoch ein Kompliment: Wie Bundestrainer Volker Ziegler, Sonja Scholten von Borussia Düsseldorf e.V. und ihre Kollegen vom Fachbereich Tischtennis uns in den vergangenen Tagen mit Informationen zur EM versorgt haben, war dicht am Optimum (mal von den fehlenden Bildunterschriften abgesehen). Danke.

Mit elf Medaillen für das deutsche Team gingen am Freitag die Europameisterschaften im Para-Tischtennis im italienischen Lignano zu Ende. Nach den sechs Medaillen im Einzel-Wettbewerb kamen im Team fünf weitere hinzu.

Am erfolgreichsten war Thomas Schmidberger, der sowohl im Einzel als auch in der Mannschaft mit Thomas Brüchle und Jan Gürtler Europameister wurde. Neben diesen beiden goldenen holten die deutschen Athletinnen und Athleten noch drei Silber- und sechs Bronzemedaillen. Grund zur Freude: An fünf der elf Medaillen waren bereits Nachwuchsspieler beteiligt.

Medaillenübersicht Deutsches Team

Para-Tischtennis-Europameisterschaften (28.9.– 4.10. 2013) im italienischen Lignano

Einzel

Gold: Thomas Schmidberger (WK 3)
Silber: Sandra Mikolaschek (WK4)
Bronze: Holger Nikelis (WK1), Thomas Brüchle (WK3),Valentin Baus (WK5), Stephanie Grebe (WK6)

Team

Gold: Thomas Schmidberger/Thomas Brüchle/Jan Gürtler (WK3)
Silber: Holger Nikelis/Marcus Sieger (WK1), Thomas Rau/Thomas Kusiak (WK6)
Bronze: Valentin Baus/Selcuk Cetin (WK5), Jochen Wollmert/Thorsten Schwinn/Dennis Freye (WK7)

Deutsches Gold in WK 3

Team-Gold in WK3 für Thomas Brüchle, Thomas Schmidberger und Jan Gürtler (Foto: DBS)

Team-Gold in WK3 für Thomas Brüchle, Thomas Schmidberger und Jan Gürtler (Foto: DBS)

Am letzten Wettkampftag waren noch vier deutsche Mannschaften im Einsatz: Das Team der Wettkampfklasse (WK) 3 mit Tom Schmidberger, Thomas Brüchle und Jan Gürtler sicherte sich gegen Österreich eindrucksvoll den Titel: Auch im Finale blieben sie ohne Spielverlust und unterstrichen somit ihre momentane Dominanz in Europa.

Für Holger Nikelis und Marcus Sieger ging es am Freitag in der WK 1ebenfalls um Gold – allerdings hatten sie gegen die Topgesetzten Rob und Paul Davies aus Großbritannien am Freitag morgen dieses Mal mit 1:3 das Nachsehen. Im Doppel blieben sie jedoch das gesamte Turnier ungeschlagen und erspielten sich somit die Silbermedaille.

TTeam-Silber in WK1 für Holger Nikelis und Marcus Sieger (Foto: DBS)

Team-Silber in WK1 für Holger Nikelis und Marcus Sieger (Foto: DBS)

Team-Silber in WK 6 für Thomas Kusiak (l.) und Thomas Rau (r.), Mitte: Bundestrainer Volker Ziegler (Foto: DBS)

Team-Silber in WK 6 für Thomas Kusiak (l.) und Thomas Rau (r.), Mitte: Bundestrainer Volker Ziegler (Foto: DBS)

In der WK 6 gewannen Thomas Rau und Thomas Kusiak am Vormittag mit großem Kampfgeist mit 3:2 gegen die bis dahin ungeschlagenen Russen Esaulov und Safiullin. Damit hatten sie auch die Chance, im letzten Spiel gegen Dänemark nach Gold zu greifen. Doch hier erwies sich Einzel-Europameister Peter Rosenmeier als zu stark. Da er nicht nur beide Einzel gewann, sondern Dänemark mit seinem Landsmann Nielsen auch das Doppel sicherte, krönte sich Rosenmeier zum Doppel-Europameister. Die beiden Deutschen dürfen sich derweil über den Vize-Titel freuen.

Wie befürchtet waren die Ukrainer im Halbfinale der WK 7 für das deutsche Team mit Jochen Wollmert und Dennis Freye eine Nummer zu groß. Dennis Freye plagte sich allerdings immer noch mit einer Armverletzung aus dem Einzel-Wettbewerb und auch Paralympics-Sieger Wollmert musste heute die Stärke der Titelverteidiger anerkennen. Das Team der WK 7 kann somit eine Bronzemedaille feiern.

Team-Bronze in WK 7 für Jochen Wollmert, Jochen Wollmert, Thorsten Schwinn und Dennis Freye (in rot) (Foto: DBS)

Team-Bronze in WK 7 für Jochen Wollmert, Jochen Wollmert, Thorsten Schwinn und Dennis Freye (in rot) (Foto: DBS)

Team-Bronze in WK 5 für Selcuk Cetin und Valentin Baus (Foto: DBS)

Team-Bronze in WK 5 für Selcuk Cetin und Valentin Baus (Foto: DBS)

Das Fazit des Bundestrainers

„Wir haben von der Menge und Qualität der Medaillen das schon gute Ergebnis der EM 2011 in Split nochmals deutlich übertroffen. Zwei bis drei Medaillen mehr wären noch drin gewesen – wenn es nach unseren kühnsten Träumen gegangen wäre. Doch realistisch betrachtet haben wir vier Medaillen mehr als ,geplant‘ geholt“, so der hochzufriedene Bundestrainer Volker Ziegler.

„Man kann nicht erwarten, dass die eigene Mannschaft einerseits von unliebsamen Überraschungen verschont bleibt und andererseits diverse Überraschungscoups landet. Dieses Ergebnis ist schon sehr dicht am Optimum,“ so Ziegler.

„Viel zu viel Pasta, Pasta, Pasta“

„Spitzenleistungen – zumindest in diesem Team – sind auch mit Harmonie möglich“, revidierte der Bundestrainer seine Meinung, dass ein gewisses Maß an Reibung für Spitzenleistungen notwendig ist.

„Daher gilt mein Dank neben den Spielerinnen und Spielern auch dem ganzen Betreuerteam mit den Coaches und Physiotherapeutinnen sowie den zahlreich mitgereisten Schlachtenbummlern, die uns toll unterstützt haben. Nach den Tagen mit viel Adrenalin, wenig Schlaf, bescheidener Unterkunft und viel zu viel Pasta, Pasta, Pasta wird jeder für sich erst einmal der Erfolg genießen, sich auf das eigene Bett freuen und ausschlafen.“

Ziegler mahnt finanzielle Mittel an

Nun hofft der Bundestrainer, dass die in Lignano eingeschlagene Erfolgsstory in Zukunft weitergeschrieben werden kann: „Einige anderen Nationen haben schon vor uns eine Professionalisierung des Para TT-Sports eingeleitet, andere Länder sind gerade dabei. Dadurch müssen auch wir den eingeschlagenen Weg forcieren und unsere Strukturen wettbewerbsfähig halten bzw. machen.“

Zur Fortsetzung der in Italien gezeigten Erfolge brauche es „neben guten Konzepten und Strukturen aber auch entsprechende finanzielle Mittel. Diese in Zeiten leerer Kassen zu Verfügung zu haben und effizient einzusetzen wird die nächste große Herausforderung sein.“

(DBS)


Themenspezial Para-TT-Europameisterschaften in Lignano (28.9.– 4.10. 2013)
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2 Kommentare

  • Mona

    Ist man eigentlich politisch inkorrekt, wenn man Behindertensport langweilig findet?

    5. Oktober 2013 at 19:06
  • Rollingplanet

    Auf jeden Fall! 🙂

    5. Oktober 2013 at 19:24

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