Paracetamol ist gefährlicher, als die meisten denken

Nicht ohne Nebenwirkungen: Warum Sie auch dieses Medikament mit Vorsicht einnehmen sollten. Künftig rezeptpflichtig?

Beliebt – aber nicht ohne Nebenwirkungen:  Tabletten mit  dem Wirkstoff Paracetamol  (Foto: dpa)

Beliebt – aber nicht ohne Nebenwirkungen: Tabletten mit dem Wirkstoff Paracetamol (Foto: dpa)

Bei Schmerzen greifen viele schnell zu Paracetamol. Grundsätzlich gilt das Medikament auch als gut verträglich. Aber: Ganz ohne ist es nicht. Darauf weist die Landesapothekerkammer Hessen hin. Deshalb gilt es, das Medikament nicht längerfristig anzuwenden und auch nicht die tägliche Höchstdosis zu überschreiten. Diese liegt für Erwachsene bei vier Gramm. Die Einnahme erfolgt ein- bis viermal pro Tag. Dazwischen sollten sechs bis acht Stunden liegen.

Gehen die Schmerzen nach einer kurzfristigen Einnahme von Paracetamol nicht zurück, heißt es, einen Arzt aufzusuchen, der die Ursache für die Schmerzen findet.

Das sind die möglichen Nebenwirkungen

Wer Paracetamol einfach weiter dauerhaft anwendet, riskiert diverse Nebenwirkungen. Dazu gehören etwa der Anstieg der Leberwerte und Störungen bei der Blutbildung. Ganz wichtig ist auch, nicht gleichzeitig Paracetamol einzunehmen und Alkohol zu trinken: Denn beides wird über dasselbe Enzymsystem abgebaut. So kann es unter Umständen zur verstärkten Bildung von leberschädlichen Stoffen kommen. Patienten mit Leber- und Nierenfunktionsstörungen sollten Paracetamol nur in Absprache mit dem Arzt einnehmen. Das gilt auch für Schwangere.

Das Medikament ist in Tabletten-, Saft- und Zäpfchenform erhältlich. Für Kinder müssen Eltern darauf achten, dass die Dosis geringer ist. Nehmen sie zu viel ein, drohen Vergiftungen. Spezielle Zäpfchen für Kinder haben schon die entsprechende Dosis.

Das ostdeutsche Giftinformationszentrum in Erfurt hat sogar eine generelle Rezeptpflicht für Paracetamol gefordert. „Dieser Schritt ist längst überfällig, da eine Überdosierung schwere Nebenwirkungen verursacht“, warnt der Leiter des Giftnotrufs, Helmut Hentschel.

(dpa/tmn)

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