Paralympics definitiv ohne russische Sportler

Internationaler Sportgerichtshof weist Protest gegen die vom Internationalen Paralympischen Komitee beschlossene Kollektivstrafe ab.

Der Hauptsitz des Internationalen Sportgerichtshofs CAS in Lausanne. Die Anhörung fand jedoch in Rio statt. (Foto: Wikipedia/Fanny Schertzer, CC BY 3.0)

Der Hauptsitz des Internationalen Sportgerichtshofs CAS in Lausanne. Die Anhörung fand jedoch in Rio statt. (Foto: Wikipedia/Fanny Schertzer, CC BY 3.0)

Die russischen Sportler dürfen nicht an den Paralympics in Rio de Janeiro vom 7. bis 18. September teilnehmen. Der Internationale Sportgerichtshof CAS bestätigte am Dienstag den vom Internationalen Paralympics Komitee (IPC) beschlossenen Komplett-Ausschluss der russischen Athleten in der Affäre um mutmaßliches Staatsdoping.

Zur Anhörung vor dem CAS am Montag waren NPC-Präsident Wladimir Ljukin, Vizepräsident Pawel Roschkow sowie die Dmitri Kokarew, Wiktoria Potapowa und Jelena Gorlowa nach Rio gereist. Zudem gehörten Sportjuristen zur Abordnung.

„Entscheidung verhältnismäßig“

Der CAS begründete am Dienstag in Rio de Janeiro seine Entscheidung damit, dass das IPC nicht gegen seine Regeln verstoßen habe. Zudem sei die Entscheidung angesichts der Umstände verhältnismäßig, hieß es in einer Mitteilung. Das Russische Paralympische Komitee (RPC) habe keine Beweise vorlegen können, die die Faktenlage verändere.

Im Gegensatz zum Internationalen Olympischen Komitee (IOC) hatte das IPC am 7. August das RPC wegen seiner Verwicklungen in das staatlich gelenkte Doping-System suspendiert (ROLLINGPLANET berichtete: Damit die Paralympics nicht den Bach runtergehen: IPC sperrt russische Behindertensportler). Damit hatten automatisch alle russischen Sportler ein Startverbot bei paralympischen Wettkämpfen erhalten. Das RPC legte gegen die Aussetzung seiner IPC-Mitgliedschaft Einspruch ein, scheiterte damit aber.

IPC entschied anders als IOC

Das IPC hatte für seine Kollektivstrafe weitere Informationen des kanadischen Juristen Richard McLaren, der die Untersuchung der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) zum vermeintlichen Staatsdoping leitete, als Grundlage genommen.

Das IOC hatte Ende Juli auf einen historischen Komplett-Ausschluss Russlands verzichtet. Dadurch konnten mindestens 274 von 389 russischen Athleten bei Olympia starten.

Die Reaktionen und Folgen für das deutsche Team
(RP/dpa)

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3 Kommentare

  • Holger Korten

    🙁

    23. August 2016 at 12:32
  • Claudia Weber

    Aber bei den Olympischen Spielen durften sie fahren … halloo?? Zum Kotzen ist das! 🙂

    23. August 2016 at 13:03
    • Erika Hoffmann-Zbranek

      genau so sehe ich das auch ziemlich ungerecht

      23. August 2016 at 18:02

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