Paralympics in Rio: Doch keine Absage, aber harte Einschnitte?

Finanz-Situation „prekär“. Reisekosten immer noch nicht überwiesen. IPC-Chef Craven fordert schnelle Lösungen.

Das soll sich in Rio wiederholen: Sir Philip Craven (mit Fahne) eröffnet die Paralympics wie hier 2012 in London (Foto: dpa)

Das soll sich in Rio wiederholen: Sir Philip Craven (mit Fahne) eröffnet die Paralympics wie hier 2012 in London (Foto: dpa)

Den Paralympics in Rio de Janeiro drohen wegen Geldmangels harte Einschnitte, doch eine Absage (ROLLINGPLANET berichtete) ist offenbar kein Thema. „Gerüchte, wonach die Spiele nicht ausgetragen werden oder Wettbewerbe nicht stattfinden könnten, sind total unbegründet und nicht wahr“, erklärte Sir Philip Craven, der Präsident des Internationalen Paralympics Komitees (IPC).

Nach Gesprächen bei Rios Bürgermeister Eduardo Paes und bei der Staatsregierung in Brasilia sagte Craven am Montag (Ortszeit): „Wenn keine zusätzlichen Mittel zur Verfügung gestellt werden, wird das Organisationskomitee weitere Kürzungen vornehmen müssen zusätzlich zu denen, die bereits bei den Olympischen Spielen erfolgt sind.“ Ziel sei es jetzt, zusätzliche Gelder aufzutreiben, um die Paralympics vom 7. bis 18. September auf dem gewohnten Niveau zu veranstalten.

Betreuung der Athleten erheblich beeinträchtigt?

Craven warnte davor, dass die Dienstleistungen und die Betreuung für die Athleten erheblich beeinträchtigt werden könnten, wenn nicht schnell finanzielle Mittel fließen würden. „Das ist das Letzte, was wir tun wollen“, sagte der Brite.

Rios Bürgermeister sei bereit, 150 Millionen Real (42 Millionen Euro) aufzubringen. Allerdings gebe es die Hürde, dass Bundes- und Staatsregierung keine Mittel mehr zur Verfügung stellen dürfen. Um kurzfristig Geld zu bekommen, forderte Craven das Organisationskomitee (OK) auf, umgehend die bisherigen Geldflüsse offenzulegen. „Der einfachste Weg für das Organisationskomitee, an das Geld zu kommen, ist offen und transparent die Finanzunterlagen zu öffnen“, meinte Craven.

Reisekosten noch nicht überwiesen

Er drängte zudem darauf, dass die Organisatoren die seit zwei Wochen überfälligen Gelder für die Reisekosten der Teams zu den Paralympics überweisen soll. Das OK habe zugesagt, die Zahlungen bis Ende August zu leisten.

Laut OK-Sprecher Mario Andrada sei die Regierung bereit, insgesamt 250 Millionen Real (70 Millionen Euro) bereitzustellen. „Unsere vorrangige Aufgabe ist gerade, abzuschätzen, welchen Betrag wir für den Reisekostenzuschuss der Nationalen Paralympischen Komitees brauchen“, sagte Andrada.

(RP/dpa)

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