Paralympics in Rio vor leeren Rängen?

Bisher kaum Interesse an Tickets – IPC-Chef Sir Philip Craven plant deshalb eine Werbeoffensive: „Es muss jetzt gehandelt werden.“

Sir Philip Craven (Foto: dpa)

Sir Philip Craven (Foto: dpa)

Die Tickets für die Paralympics in Rio sind bislang ein absoluter Ladenhüter. Das Internationale Paralympische Komitee (IPC) befürchtet leere Tribünen und „gedämpfte Atmosphäre“, wenn vom 7. September bis 18. September 4.350 Behindertensportler aus 176 Ländern in 22 Disziplinen ihre Wettkämpfe bestreiten.

Rund sechs Monate vor dem Start hat der Verband angesichts der geringen Nachfrage eine Werbeoffensive beschlossen. Einzelheiten sollen möglichst bald mit den brasilianischen Partnern und Organisatoren besprochen und umgesetzt werden. Schon die Nachfrage für Olympia sei klar hinter den Erwartungen zurückgeblieben, derzeit ist nicht einmal die Hälfte der Karten unters Volk gebracht worden – für die Paralympics sehe es aber noch weitaus schlechter aus. „Ich bin nicht besorgt“, zitiert die „FAZ“ Sir Philip Craven. Der frühere Rollstuhlbasketballer und heutige IPC-Chef ergänzte: „Aber es ist absolut klar, dass jetzt gehandelt werden muss.“

Seit Mai vergangenen Jahres läuft der Vertrieb der insgesamt 3,3 Millionen Tickets für die Paralympics. Zumindest offiziell lautet das Ziel nach wie vor, die Drei-Millionen-Marke zu knacken. Im Moment sei man jedoch „weit unter“ den Zahlen von 2012, obwohl der Zugang zu den Stadien dieses Mal nur 10 Real (umgerechnet: 2,50 Euro) kostet. Angaben von BBC zufolge haben erst zwölf bis 15 Prozent aller Tickets einen Käufer gefunden. In London waren schon zwölf Monate vor dem Mega-Ereignis rund eine Million Zuschauerplätze reserviert, am Ende wurden alle Wettkämpfe als ausverkauft gemeldet – es waren die bis dato erfolgreichsten und besten Paralympics aller Zeiten.

(RP/ag)

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2 Kommentare

  • Daniel Horneber

    find ich gut Paralymics haben nix mit Inklusion zu tun

    14. März 2016 at 00:33
  • André Rabe

    Gibt es Infos zu den Gründen? Was ist hier anders als in London. Ist es die allgemeine Sicherheitslage, oder?

    16. März 2016 at 08:12

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