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Paralympics in Sotschi: Andrea Rothfuss ist deutsche Fahnenträgerin

Die 24 Jahre Soziologie-Studentin will ihr erstes Gold gewinnen. Von Martin Kloth und Michael Brehme

Andrea Rothfus probte heute schon einmal mit der deutschen Fahne (Foto: Julian Stratenschulte/dpa)

Andrea Rothfus probte heute schon einmal mit der deutschen Fahne (Foto: Julian Stratenschulte/dpa)

Die Gold-Kandidatin geht voran: Andrea Rothfuss wird die deutsche Mannschaft an diesem Freitag in Sotschi als Fahnenträgerin bei der Eröffnungsfeier der Winter-Paralympics ins Stadion Fischt führen.

„Cool. Das ist eine riesige Ehre, als Erste der Mannschaft ins Stadion einzulaufen. Ich freue mich sehr und werde unser Team stolz anführen“, bekannte die Loßburgerin am Donnerstag voller Freude – obwohl die Absage der zwölffachen Paralympics-Siegerin Verena Bentele (ROLLINGPLANET berichtete: Verwirrung um Bentele-Äußerung: Boykottiert Bundesregierung Paralympics?) auch das deutsche Team beschäftigte.

Die langjährige Erfolgsathletin und jetzige Behindertenbeauftragte der Bundesregierung sagte ihre Russland-Reise aus politischen Gründen ab. „Da sieht man, wie Verantwortung dazu führt, dass die eigene Lebensqualität leidet“, urteilte der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, Alfons Hörmann.

Zum dritten Mal dabei

Rothfuss dagegen durfte bei der Eröffnung des Deutschen Hauses am Abend in Krasnaja Poljana strahlen. Die 24 Jahre alte alpine Skirennfahrerin ist zum dritten Mal nach 2006 und 2010 bei Paralympics und hat bislang dreimal Silber und zweimal Bronze gewonnen.

„Wir haben uns für Andrea Rothfuss entschieden, weil sie eine sehr erfolgreiche Athletin mit einer großen Vorbildfunktion ist“, begründete Karl Quade, Chef de Mission des deutschen Teams, die Wahl der Soziologie-Studentin. 2010 in Vancouver hatte der inzwischen zurückgetretene Skilangläufer Frank Höfle die Fahne getragen.

Andrea Rothfuss ist eine der großen Gold-Hoffnungen in der nur 13 Sportler starken Mannschaft des Deutschen Behindertensport-Verbandes (DBS). Vor vier Jahren in Vancouver hatte sie sich noch unbändig über zweimal Silber und zweimal Bronze gefreut. In Sotschi soll es bei ihren dritten Spielen der erste Paralympics-Sieg sein.

Krim-Krise ausgeblendet

„Als Sportler ist man nicht dabei, um Silber zu gewinnen“, erklärte die Schwarzwälderin, der von Geburt an die linke Hand fehlt. Ihre größte Konkurrentin ist die Französin Französin Marie Bochet, die die Weltcup-Rennen in dieser Saison dominiert hat.

Auf ihrem Weg zum ersten Paralympics-Gold will die viermalige WM-Zweite die politische Situation mit dem Konflikt zwischen Gastgeber Russland und der Ukraine weitgehend ausblenden. „Man hat schon gemischte Gefühle. Aber als Sportler konzentriert man sich auf die Leistung“, sagte sie.

(dpa)

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