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Paralympics: Judo-Zwillinge Brussig gewinnen Gold

Der Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes zeigt hellseherische Fähigkeiten. Schwimmerin Kirsten Bruhn aus Neumünster holt Silber.

Carmen und Ramona auf der chinesischen Mauer (Foto: privat)

Der Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) muss hellseherische Fähigkeiten besitzen: Bereits eine halbe Stunde vor dem Kampf von Carmen Brussig verkündete Friedhelm Julius Beucher stolz den Sieg der Judoka und fragte sich sogleich, ob wohl auch ihr eineiiger Zwilling Ramona Gold gewonnen hätte. Beucher hatte sich zwar mit den Kämpfen vertan – er meinte wohl das Halbfinale – falsch lag er dennoch nicht: Die beiden fast blinden Judo-Schwestern bescherten dem DBS am Donnerstagabend die beiden ersten Goldmedaillen der paralympischen Spiele.

Und auch in den anderen Sportarten waren die deutschen Behindertensportler erfolgreich, zwei silberne und zwei bronzene Medaillen zauberten dem Chef de Mission, Karl Quade, ein Lächeln auf die Lippen: „Das ist ein super Auftakt. Ich saß heute neben Michael Vesper (seinem olympischen Kollegen, Anm. d. Red.) im Velodrom und habe zu ihm gesagt: ‚Zum Glück erleben wir kein Waterloo so wie ihr‘.“ Der DOSB hatte in den ersten beiden Tagen keine Medaillen gewinnen können.

„Die zwei sind seit Jahren extrem erfolgreich und unheimlich sympathisch“, sagte Quade, Chef de Mission, über die 35 Jahre alten Schwestern, „das ist ein toller Erfolg für die Judo-Truppe“.

Nur 19 Sekunden bis Gold

„Ich bin so erleichtert, weil ich wusste, was für ein schwerer Kampf das wird“, sagte Carmen Brussig nach ihrem Sieg über die Taiwanerin Kai-Lin Lee in der Klasse bis 48 Kilo. Die Bronzemedaillengewinnerin von Peking musste über die vollen fünf Minuten gehen, bis sie als Siegerin feststand. Anders ihre Schwester Ramona, die sich bereits nach 19 Sekunden bei ihrer Gegnerin Wang Lijin revanchiert hatte – 2008 war die Schwerinerin der Chinesin im Finale noch unterlegen. Gefeiert wird übrigens erst später: „Zuerst drücken wir den Männern morgen noch die Daumen“, sagte Ramona Brussig.

Silber für Bruhn

Anders als Britta Steffen & Co fischten die Handicapschwimmer gleich zum Auftakt der Wettbewerbe im Aquatics Centre Edelmetall aus dem Becken. Die querschnittsgelähmte Kirsten Bruhn, die vor vier Jahren mit fünf Medaillen erfolgreichste deutsche Athletin in Peking war, gewann bei ihrem ersten Start in London über 100 Meter Rücken Silber.

(dapd)


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