Paralympics-Sieger Kröger attackiert Internationales Paralympisches Komitee

Stinkende Brühe in Rio: „Wer seine Sportler auf dieses Wasser schickt, ist an den Aktiven nicht interessiert.“

Heiko Kröger

Heiko Kröger

Paralympics-Sieger Heiko Kröger hat erneut eindringlich vor einer Gesundheitsgefährdung im olympischen Segelrevier gewarnt (ROLLINGPLANET berichtete: Rios umstrittene Segel-Bucht: Wurde hier der fehlende Arm eines Paralympics-Siegers gefunden?) und sich vorzeitig gegen mögliche Krankheiten impfen lassen. „Ich bin überhaupt kein ängstlicher Typ. Aber hier segelt die Angst mit. Es ist ja alles voller Bakterien und multiresistenter Keime“, sagte der 50-Jährige der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

Bei den Paralympics vom 7. bis 18. September will der ohne Unterarm geborene Norddeutsche nach Gold in Sydney 2000 und Silber in London 2012 noch einmal ganz oben auf dem Treppchen stehen. Er habe sich inzwischen „gegen alles“ impfen lassen, sagte Kröger.

„Stinkende Brühe“

„Es ist eine stinkende Brühe mit Plastik ohne Ende. Wenn sich eine Plastiktüte unter Wasser am Ruder verfängt, steht man – und der Traum von Gold ist ausgeträumt“ sagte der in der Nähe von Hamburg lebende Sportler. An den Kiel käme er ohnehin nicht ran, doch ins Wasser zu greifen bekomme eine bedrohliche Dimension.

Im vergangenen September war der Segler Erik Heil an einer Infektion nach einer Testregatta in der Guanabara-Bucht erkrankt. Im August finden dort die olympischen Segelwettbewerbe statt, eine Verlegung in das 190 Kilometer entfernte Revier von Buzios ist kein Thema mehr.

Kröger wandte sich auch an Friedhelm Julius Beucher, den Präsidenten des Deutschen Behindertensportverbandes. Dieser schrieb wiederum einen Brief an das Internationale Paralympische Komitee (IPC). „Die Antwort war völlig belanglos. Es heißt immer, dem IPC seien die Sportler das Wichtigste. Doch wer seine Sportler auf dieses Wasser schickt, ist an den Aktiven nicht interessiert“, sagte Kröger.

(dpa/lno)

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