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Paralympics-Sieger Rehm darf bei Leichtathletik-DM starten

Gewertet wird der 25-Jährige in Ulm aber vorerst nur unter Vorbehalt.

Markus Rehm bei den Paralympics 2012 in London (Foto:  Julian Stratenschulte/dpa)

Markus Rehm bei den Paralympics 2012 in London (Foto: Julian Stratenschulte/dpa)

Paralympics-Sieger Markus Rehm kann Ende Juli bei den deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Ulm im Weitsprung starten. Dies teilten Karl Quade, Vizepräsident Leistungssport im Deutschen Behindertensportverband (DBS), und Gerhard Janetzky, Inklusionsbeauftragter des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), am Mittwoch mit. Damit kann sich Rehm im Wettkampf mit nichtbehinderten Sportlern messen, wie einst der südafrikanische Stelzen-Sprinter Oscar Pistorius bei den Olympischen Spielen.

Rehm hatte bei einem Meeting in Dubai im Februar mit 7,65 Meter die Meisterschaftsnorm geknackt. Gewertet wird der 25-Jährige in Ulm aber nur unter Vorbehalt, da bis zur Meisterschaft nicht geklärt sein wird, ob Prothesen einen Vorteil gewähren oder nicht. Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) hatte zuletzt ein wissenschaftliches Gutachten in Auftrag gegeben, um zu klären, ob die Prothese von Rehm ein unerlaubtes Hilfsmittel ist, mit dem der Leverkusener einen Vorteil gegenüber Nichtbehinderten hat (ROLLINGPLANET berichtete). Erste Erkenntnisse erhofft sich der DLV von der biomechanischen Leistungsdiagnostik während der deutschen Meisterschaft vom 25. bis 27. Juli.

Rehm, dem nach einem Wakeboard-Unfall der rechte Unterschenkel amputiert werden musste, hält mit 7,95 Meter den Weltrekord in seiner Schadensklasse. Er ist nahezu konkurrenzlos und will sich nun mit nichtbehinderten Sportlern messen. „Wenn ich durch meine Prothese einen Vorteil habe, will ich nicht starten. Aber man soll auch unsere Leistungen anerkennen“, hatte er immer wieder gesagt.

(dpa)

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