Paralympics-Siegerin Bentele: Ausschluss der Russen ist nur der Anfang

Im Anti-Doping-Kampf braucht es weltweit einheitliche Kontroll-Systeme, ist die Behindertenbeauftragte der Bundesregierung überzeugt.

Die Behindertenbeauftragte der Bundesregierung Verena Bentele (Foto: Aktion Mensch)

Die Behindertenbeauftragte der Bundesregierung Verena Bentele (Foto: Aktion Mensch)

Die zwölfmalige Paralympics-Siegerin Verena Bentele hat nach dem Komplett-Ausschluss Russlands von den Paralympics in Rio eine weltweit einheitliche Kontrollsystematik gefordert. Das CAS-Urteil zum Russland-Bann sei ein „richtungsweisender Fingerzeig und richtig“, sagte die Behindertenbeauftragte der Bundesregierung. Aber im Anti-Doping-Kampf müssten auf der ganzen Welt
Kontrollsysteme, wie etwa das in Deutschland, folgen.

Staatlichem Doping die Rote Karte zeigen

„Ich bin schon der Überzeugung, dass das nur der erste Schritt gewesen sein kann, und jetzt müssen weitere folgen, nämlich vor allem der Schritt, dass wir eine weltweite Kontrollsystematik bekommen und Leistungen vergleichbar gemacht werden“, sagte die 34-Jährige am Mittwoch dem Bayerischen Rundfunk.

Bentele habe zwar Mitleid mit unschuldigen russischen Athleten, die nun nicht an den Rio-Spielen vom 7. bis 18. September teilnehmen können. „Aber ich bin der Überzeugung, man wird diesem ganzen Dopingthema nur dann Herr, wenn man Staaten eine ganz klar Rote Karte zeigt, die von staatlichen Seite Doping befördern“, sagte sie.

Der Internationale Sportgerichtshof CAS hatte am Dienstag den vom Internationalen Paralympics Komitee (IPC) beschlossenen Komplett-Ausschluss der Russen in der Affäre um mutmaßliches Staatsdoping bestätigt. Die Suspendierung erfolgte im Gegensatz zur Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC).

(dpa)

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