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Paralympics-Skandal von Sydney: Freisprüche statt Haftstrafen

Nach 13 Jahre endet der Betrugsprozess um angeblich behinderte Basketballer mit heißer Luft.

Hier jubelten die Betrüger: Spaniens Basketballer sorgten 2000 in Sydney für den bis dahin größten Skandal in der paralympischen Geschichte. (Foto: asta)

Hier jubelten die Betrüger: Spaniens Basketballer sorgten 2000 in Sydney für den bis dahin größten Skandal in der paralympischen Geschichte. (Foto: asta)

Rund 13 Jahre nach dem Betrugsskandal bei den Paralympics 2000 in Sydney hat die spanische Justiz die meisten beteiligten Funktionäre und Sportler freigesprochen. Der Ex-Präsident des spanischen Verbandes der geistig behinderten Sportler (FEDDI), Fernando Martin Vicente, wurde am Montag als einziger von 19 Angeklagten von einem Madrider Gericht zu einer Geldstrafe von 5400 Euro verurteilt.

Spanien hatte bei den Paralympics in Sydney einen Basketball-Kader aufgeboten, in dem nur zwei der zwölf Spieler behindert waren. Die übrigen zehn Spieler waren völlig gesund und mit falschen Attests in das Team gekommen. Die Mannschaft gewann die Goldmedaille, musste diese aber nach der Aufdeckung des Skandals zurückgeben. Die Staatsanwaltschaft hatte für 19 Basketballer und Funktionäre je zwei Jahre Haft wegen Betrugs gefordert.

Sogenannte geistig Behinderte jahrelang verbannt

Die Anklagebehörde einigte sich vor Gericht jedoch mit der Verteidigung darauf, dass der Ex-Verbandspräsident die alleinige Verantwortung übernimmt. Die Anklagen gegen die übrigen Beschuldigten wurden zurückgezogen. Dies wurde unter anderem damit begründet, dass sich das Gerichtsverfahren über eine ungewöhnlich lange Zeit von 13 Jahren hingezogen habe.

Für Menschen mit sogenannter geistiger Behinderung hatte der Betrug fatale Folgen: Zu den Paralympics 2004 in Athen und 2008 in Peking waren sie nicht zugelassen. Erst 2012 in London durften sie wieder in der Leichtathletik, beim Tischtennis und beim Schwimmen an den Start gehen.

(RP/dpa)

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