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Paralympics-Vorbereitung trotz Krim-Krise: „Mulmiges Gefühl“

Stell Dir vor, Du willst Krieg machen und kannst es nicht, weil die Welt auf behinderte Sportler guckt.

Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (Foto: Jens Buettner/dpa)

Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (Foto: Jens Buettner/dpa)

Das deutsche Paralympics-Team reist wegen des Konflikts auf der Schwarzmeer-Halbinsel Krim mit zwiespältigen Gefühlen ins russische Sotschi. „Dass einen so etwas nicht kalt lässt, ist vollkommen klar. Das ist eine ungute Situation. Wir fahren alle mit einem mulmigen Gefühl dahin“, sagte der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, Alfons Hörmann, am Montag der dpa. Die Sicherheit der Athleten stehe an oberster Stelle. „Man muss die Situation aufmerksam beobachten.“

Die Paralympics werden an diesem Freitag eröffnet und bis zum 16. März an der Schwarzmeerküste ausgetragen. An dem Plan, am Dienstagmorgen nach Sotschi zu fliegen, habe sich für das deutsche Team trotz des Konflikts nichts geändert, bekräftigte der Präsident des Deutschen Behindertensport-Verbandes (DBS), Friedhelm Julius Beucher, am Montag. „Wir haben derzeit keinen Grund, nicht zu fahren.“

Der Verband halte engen Kontakt mit dem Auswärtigen Amt und mit Personen vor Ort, um über die Sicherheit der Athleten in Sotschi zu sprechen. „Für uns gibt es aufgrund der jetzigen Sicherheitslage keinen Grund zur Sorge“, sagte Beucher.

Schärfster Konflikt in Europa seit dem Ende des Kalten Krieges

Die Krim liegt rund 450 Kilometer Luftlinie westlich von Sotschi. Die Halbinsel, die auch Sitz der russischen Schwarzmeerflotte ist, steht seit dem Wochenende voll unter Kontrolle moskautreuer Kräfte. Die Spannungen dort verschärften sich seit dem Sturz des ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch am 22. Februar dramatisch. In der überwiegend von Russen bewohnten autonomen Republik gibt es Abspaltungsbestrebungen. Die Regierung ist abgesetzt, der moskautreue neue Krim-Regierungschef Sergej Aksjonow bat Kremlchef Wladimir Putin um Beistand.

Ungeachtet dessen laufen die Paralympics-Vorbereitungen mit Hochdruck weiter. „Wir liegen im Plan, es gibt keine Probleme“, sagte der zuständige Vizeregierungschef Dmitri Kosak bei einem Treffen mit Ministerpräsident Dmitri Medwedew. „Wir sind voll davon überzeugt, dass die Paralympics auf demselben hohen Organisationsniveau stattfinden werden wie die Olympischen Winterspiele“, sagte Kosak der Agentur Interfax zufolge. Bisher seien bereits 38 von insgesamt 45 Mannschaften in Sotschi angekommen.

Innenministerium hat sein Okay gegeben

Großbritanniens Premierminister David Cameron kündigte wegen der Krise an, britische Minister würden nicht zu den Weltspielen der Behindertensportler reisen. Prinz Edward, jüngster Sohn von Queen Elizabeth II. und Schirmherr der britischen paralympischen Vereinigung, sagte seinen Besuch daraufhin ebenfalls ab.

Das Bundesinnenministerium ging am Montag davon aus, dass die Austragung der Paralympics durch die Krim-Krise nicht gefährdet sei. „Es gibt derzeit keine Anhaltspunkte, die dafür sprechen, dass die paralympischen Spiele nicht stattfinden sollten“, sagte ein Sprecher des auch für den Sport zuständigen Ministeriums von Thomas de Maizière in der Bundespressekonferenz. Für das Ministerium wird laut Informationen einer Sprecherin der Parlamentarische Staatssekretär Ole Schröder anreisen. DOSB-Präsident Hörmann will voraussichtlich von Donnerstag bis Sonntag nach Sotschi reisen.

(dpa)

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