Paralympics: Wenn es mit Gold nicht klappt, tröstet der Pfarrer

Christian Bode, mehr als zehn Jahre lang Tischtennistrainer beim Deutschen Behindertensportverband, wird wieder mittendrin sein – als Pastor.

Christian Bode (Pressefoto)

Bei den Paralympics (29. August bis 9. September) erlebt Christian Bode seine Premiere als Sportpfarrer. Der 34-Jährige war über zehn Jahre als Tischtennistrainer im Deutschen Behindertensportverband (DBS) tätig und gehörte 2008 in Peking zum Trainerteam bei den Paralympics.

Bode ist inzwischen Pastor in Holzminden im Weserbergland (Niedersachsen). Er ist begeistert von den Geschichten hinter den Schlagzeilen: „Mich fasziniert, mit welcher Beharrlichkeit und persönlichem Einsatzwillen und Leistungsbereitschaft die Sportlerinnen und Sportler sich auf diese Wettkämpfe vorbereiten. Wie viel Zeit sie investieren, worauf sie zu verzichten bereit sind. Und dann hautnah mitzuerleben, wie diese Vorbereitung umgesetzt wird – das ist ein Privileg. Wenn man dann in der Zeitung liest: „Leider nur ein vierter Platz“, weiß man auch, dass das der kleinste Teil der Geschichte ist.“

Was für Bode noch theologisches Neuland ist, ist für Thomas Weber ein „alter Hut“. Er kennt den Seelenzustand der Athleten bei Olympia bestens. Zum vierten Mal ist der 52-Jährige bei den Spielen als Sportpfarrer im Einsatz und stets hatte er ein offenes Ohr für alle Teilnehmer.

Vielfältige Aufgaben für die Pfarrer

„Bei den Olympischen Spielen herrscht emotionaler Ausnahmezustand“, sagt Weber: „Jahrelange Vorbereitung verdichtet sich hier auf Sekunden oder Sekundenbruchteile, die über Sieg oder Niederlage entscheiden. Äußerste Konzentration vor dem Wettkampf und danach Jubel oder riesengroße Enttäuschung – damit muss man erst mal fertig werden.“

Die Aufgaben für die Pfarrer bei Olympia und Paralympics sind vielfältig: Gottesdienste und Andachten, traditionell die Begleitung des olympischen und paralympischen Jugendlagers, das offene Ohr für Sportlerinnen und Sportler, aber auch für alle anderen Teammitglieder gehören dazu. „Wir sind und bleiben Exoten, wollen jedoch mit unseren Angeboten ein Ort zum Auftanken und Kraft schöpfen sein“, sind sich Weber und Bode einig.

(dapd/ots)


Zum Themenschwerpunkt Glaube und Religion


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