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Paralympicssieger: Behindertensportler erhalten 20.000 Euro

Lange hat es gedauert: Wir sind bei den Prämien erstmals gleichgestellt.

Medaillenkandidatin in Sotschi: Die Münchner Monoski-Fahrerin Anna Schaffelhuber. Unser Foto zeigt sie  im September 2010 nach dem Gewinn der Bronzemedaille beim Super-G (Sitzend) bei den Paralympics 2010 in Whistler, Kanada. (Foto: Julian Stratenschulte/dpa)

Medaillenkandidatin in Sotschi: Die Münchner Monoski-Fahrerin Anna Schaffelhuber. Unser Foto zeigt sie im September 2010 nach dem Gewinn der Bronzemedaille beim Super-G (Sitzend) bei den Paralympics 2010 in Whistler, Kanada. (Foto: Julian Stratenschulte/dpa)

Deutschlands Topsportler können sich bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi auf höhere Prämien freuen. Für den Gewinn einer Goldmedaille erhalten sie 20.000 statt wie bisher 15.000 Euro, teilte die Stiftung Deutsche Sporthilfe am Montag mit. Silber und Bronze werden mit 15.000 beziehungsweise 10.000 Euro honoriert.

Behindertensportler erstmals gleichgestellt

Die Sotschi-Starter kommen zuerst in den Genuss dieser Prämienerhöhung, die künftig für alle Olympischen Spiele und nun auch für die Paralympics gelten wird. Die Behindertensportler sind damit bei den Prämien erstmals gleichgestellt.

Prämiert wird nur der größte Erfolg eines Olympia- oder Paralympics-Starters, um Athleten unabhängig vom Wettkampfformat vergleichbare Unterstützung für ihre sportliche und berufliche Karriere zu ermöglichen. Die Auszahlung erfolgt laut Sporthilfe über zwölf Monate.

Die olympischen Erfolgsprämien der Sporthilfe waren konstant seit Sydney 2000 beziehungsweise Salt Lake City 2002 und lagen bei 15.000 Euro (Gold), 10.000 Euro (Silber) und 7500 Euro (Bronze).

Russsische Sieger erhalten fast 91.000 Euro

Die Goldprämien bei den Paralympics hatten sich seit Sydney 2000 (damals 1350 Euro) zwar ebenfalls kontinuierlich gesteigert; zuletzt in London 2012 auf 7500 Euro. Silber brachte vor zwei Jahren 5000 Euro, Bronze 3000 Euro, die Anhebung wurde von der Bundesliga-Stiftung ermöglicht. Dennoch waren zuletzt bei den Paralympics die angehobenen Beträge nur halb so hoch wie die normalen Prämien. Dies hatte im Vorfeld von London zu heftiger Kritik geführt (siehe Links unterhalb dieses Berichts).

Ein Signal hatte der Sotschi-Veranstalter im November gesetzt, als er bekannt gab: Russische Goldmedaillen-Gewinner bei den Paralympics in Sotschi (7.-16. März 2014) erhalten jeweils vier Millionen Rubel (rund 90.900 Euro) Preisgeld – egal ob mit oder ohne Behinderung.

Für Verena Bentele, Deutschlands erfolgreichste Behindertensportlerin und neue Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, kommt die Regelung leider zu spät. „Athleten mit Behinderung stehen vor allem bei den Paralympics im Fokus der Öffentlichkeit. Unsere Leistung ist genauso hoch zu bewerten wie die von nicht-behinderten Sportlern, auch unser Training ist ebenso anspruchsvoll“, kommentierte Bentele. „Menschen mit Behinderung haben Anspruch auf Gleichbehandlung in der Gesellschaft. Gleiche Prämien sind dafür ein gutes Symbol.“

Bares ist halt doch Wahres

Die Prämien für Mannschafts- und Spielsportarten sowie weitere Platzierungsprämien orientieren sich an der neuen Staffelung, werden jedoch gesondert durch den Gutachterausschuss der Sporthilfe festgelegt. Erstmals soll am 7. Mai in Berlin eine große Party für alle Medaillengewinner mit einer symbolischen Prämienübergabe veranstaltet werden, die Sporthilfe und der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) gemeinsam ausrichten.

„Aus vielen Gesprächen mit Athleten wissen wir, wie hoch sie selbst die Medaillenprämien als Zeichen der Anerkennung bewerten“, sagte Werner E. Klatten, der Vorsitzende des Aufsichtsrats der Deutschen Sporthilfe. Der DOSB trägt mit mehr als einer Million Euro jährlich zur Prämienausschüttung bei. „Ich unterstütze den Ansatz der Sporthilfe, nicht auf singuläre Maximalprämien zu schauen, sondern eine kontinuierliche, nachhaltige Förderung zu garantieren“, sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann.

(RP/dpa)

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