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Parkinson: „Liftware Spoon“ erleichtert das Essen

Löffel reduziert unwillkürliche Bewegungen angeblich um bis zu 75 Prozent.

Der neue Löffel: „Liftware Spoon“ (Foto: liftlabsdesign)

Der neue Löffel: „Liftware Spoon“ (Foto: liftlabsdesign)

Das Prinzip erinnert uns ein wenig an die Bildstabilisierungstechnik bei Kameras, um verwackelte Fotos zu verhindern. Ingenieure des Start-up-Unternehmens Lift Labs haben einen speziellen Löffel entwickelt, der Parkinson-Patienten das eigenständige Essen erheblich erleichtern soll.

Der sogenannte „Liftware Spoon“ ist in der Lage, das Zittern der Hand um bis zu 75 Prozent zu reduzieren, indem er den unwillkürlichen Bewegungen gezielt entgegenwirkt, wodurch die Hand stabilisiert wird.

Andere Symptome können nicht behoben werden

„Die meisten Parkinson-Patienten leiden an einem Ruhetremor, also an einem Zittern, das in erster Linie in einer Ruhestellung auftritt. Zum Glück bei nur wenigen Parkinson-Betroffenen kommt es zu so einem starken Zittern der Hand, dass ein Essen nicht möglich ist,“ erklärt Willibald Gerschlager, Facharzt für Neurologie.

„Eine Erschwernis beim Essen beziehungsweise bei anderen Tätigkeiten sind oft die anderen Parkinson-Symptome wie Bradykinesie und Rigor, also Steifigkeit und Verlangsamung der Bewegungsabläufe“, so Gerschlager. Gegen die letztgenannten und oft – im fortgeschrittenen Stadium – behindernden Symptome könne ein Löffel eher nicht helfen.

Wie der Löffel funktioniert

Hochsensible Beschleunigungsmesser im Griff des Löffels nehmen die unkontrollierten Bewegungen des Armes wahr. Anschließend reagieren winzige Motoren im Inneren des Stiels sofort auf diese und bewegen das Device in die entgegengesetzte Richtung.

Auf diese Weise kann das Zittern des Patienten ausgeglichen werden, wodurch dieser den Löffel ruhig zum Mund führen kann, ohne dabei etwas zu verschütten. „Wenn bei wenigen Betroffenen ein starkes dominantes Zittern bestehen sollte, dann könnte so ein spezieller Löffel eventuell eine gewisse Erleichterung bringen“, bestätigt auch Gerschlager.

Erweiterung mit Gabeln und Messern

Laut Sara Hendren, Leiterin der Webseite Abler, die sich adaptiven Technologien und Prothesen widmet, kann sich die Autonomie, welche der Patient dadurch erwirbt, dass er in der Lage ist, selbstständig und störungsfrei zu essen, positiv auf die eigene Selbstwahrnehmung und die der anderen auswirken. Zusätzlich gäbe es in diesem Bereich noch viel Potenzial für Forscher und Designer.

Untersuchungen der Universität von Michigan zufolge kann das Zittern mithilfe des Liftware Spoons erheblich verringert werden. Billig ist es nicht: Das Produkt wird voraussichtlich bis Ende dieses Monats zu einem Preis von 295 Dollar (rund 218 Euro) erhältlich sein. Zusätzlich soll die Produktpalette durch Gabeln und Messer, welche über die gleiche Funktion verfügen, erweitert werden.

Webseite und Produktinfos: www.liftlabsdesign.com

(pte/Weil ROLLINGPLANET glücklicherweise sehr kritische Leser/innen hat: Dies hier ist keine bezahlte Werbung, sondern wir finden das Thema einfach interessant.)

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