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Pflegeanbieter – leider gibt es auch schwarze Schafe

Am 12. Mai ist Tag der Pflegenden. Anlass für unseren Hinweis, dass allein in Berlin 80 Ermittlungsverfahren gegen unseriöse Firmen laufen. Sie gefährden das Image von Anbietern und Menschen, die es gut machen.

Sozialsenator Mario Czaja (Foto und Partei: CDU)

Sozialsenator Mario Czaja (Foto und Partei: CDU)

Berlins Sozialsenator Mario Czaja (CDU) hat Pflegeanbieter zu mehr Transparenz aufgerufen. Gute Pflege müsse stärker als bisher dokumentiert werden, sagte Czaja anlässlich des Tages der Pflegenden am 12. Mai der Nachrichtenagentur dpa. Für die Zukunft werde beispielsweise darüber verhandelt, in Berlin eine „Weiße Liste“ mit seriösen Anbietern einzuführen.

„Derzeit laufen 80 Ermittlungsverfahren beim Landeskriminalamt, davon 79 gegen privatwirtschaftliche Pflegedienste“, sagte der Senator. Der Verdacht reiche von manipulierten Abrechnungen über nicht erbrachte Leistungen bis hin zu fehlerhafter oder fehlender Pflegedokumentation. Die Strafverfolgung wurde durch ein Gesetz erleichtert, das seit Jahresbeginn den Informationsaustausch zwischen dem Land als Sozialhilfeträger und den Pflegeversicherungen erlaubt.

Czaja fordert mehr Transparenz

Eine neue Vereinbarung sieht außerdem vor, dass Einsatzpläne in Senioren-Wohngemeinschaften künftig ausgehängt werden. „Es schafft für die Angehörigen wie für die Kostenträger Transparenz, wenn sie sehen, wieviel Personal zu welchem Zeitpunkt tätig war“, sagte Czaja.

Gleichzeitig warnte der Senator vor einer pauschalen Verurteilung von Anbietern. Studien sagten für die Zukunft einen Mangel an Pflegekräften voraus. „Gleichzeitig ist in Berlin bis 2030 mit einem Anstieg der Pflegebedürftigen von derzeit 108.000 auf 170.000 zu rechnen“, sagte Czaja. Der Großteil von ihnen werde ambulant gepflegt. Mehr Respekt sowie eine gute Ausbildung und Bezahlung der Pflegekräfte seien daher nötig.

„Ausgesprochen gute Arbeit“

Czaja hob die Verdienste der knapp 41.000 Beschäftigten in der stationären und ambulanten Pflege hervor: „Sie leisten eine ausgesprochen gute und anstrengende Arbeit.“ 80 Prozent der Pflegenden seien Frauen, der Großteil von ihnen arbeite in Teilzeit. „Sie stehen vor der Herausforderung, Familie und diesen physisch wie psychisch anstrengenden Beruf zu vereinbaren.“

(dpa)

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1 Kommentar

  • Valeria

    Es gibt viele schwarze Schafe unter sämtlichen Pflegediensten – besonders private- (in Berlin), die ihre Mitarbeiter nicht richtig bezahlen. Die ihre Dienstpläne nicht aushängen bzw. nur Soll-Dienstpläne, die die aktuelle Situation nicht widerspiegeln („Pseudo“). Die Mitarbeiter klagen nicht, weil sie wirtschaftlich abhängig sind, außerdem erhalten sie nach dem Prinzip „Zuckerbrot und Peitsche“ nach zig Überstunden im Monat (natürlich unbezahlten) dann hier und da mal einen Bonus .. z. B. nen Hunderter für Einspringdienste oder für die 24 Std. Handy-bereitschaft. Das Arbeitszeitgesetz wird vom AG systematisch unterminiert bzw. völlig außer Kraft gesetzt. Man bastelt und bastelt.. und vertuscht! Immer schön nach außen hui! ..aber nach innen: pfui! WEN KÜMMERT ES??? – Wen kümmert es, wenn wir Pflegefachkräfte schon seit ewigen Zeiten eine Pflegekammer anmahnen. Die Politik hat es in Berlin kürzlich gerade mal wieder verhindert.. Also, immer schön lächeln, Herr Politiker, wenn sie ehrlich sind, sollten sie es aussprechen: Niemand ist interessiert daran, die Pflege aufzuwerten, das hat nur mit Kosten zu tun und die sollen klein gehalten werden angesichts des demografischen Wandels und seiner zig mehr zu erwartenden Pflegebedürftigen! Dann kommen also bald die von Frau von der Leyen angeheuerten zart und kleinen philippinischen Schwestern, müssen ihre Familie (u. Kinder) im Stich lassen, dürfen hier in Deutschland „Geld“ verdienen, indem sie unsere übergewichtigen Jungen sowie unsere multimorbiden Senioren „pflegen“ dürfen! Ein Witz ist das!! Völlig hirnverbrannt. Es ist schon und wird dann.. man sollte es ruhig aussprechen: Moderne Sklaverei.

    22. Mai 2013 at 19:22

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