""

Drei Übersetzerinnen für Philippe Pozzo di Borgo und „Ziemlich beste Freunde“

Cover "Ziemlich beste Freunde" von Philippe Pozzo di Borgo

Cover "Ziemlich beste Freunde" von Philippe Pozzo di Borgo

Update: Das Buch wurde auf 16. März vorgezogen

Hanser Berlin hat bestätigt, was ROLLINGPLANET bereits Mitte Januar exklusiv gemeldet hatte: Am 19. April erscheint das Buch des ehemaligen Geschäftsführers der Firma Champagnes Pommery auf Deutsch. „Ziemlich beste Freunde“ ist die Autobiographie von Philippe Pozzo di Borgo, die in Frankreich den Stoff für einen sensationell erfolgreichen Film lieferte.

Sollen wir es veröffentlichen oder nicht? Mitte Januar befand sich ROLLINGPLANET in einer journalistisch heiklen Situation: Wir hatten die exklusive Information, dass der neu gegründete Verlag Hanser Berlin die Autobiographie von Philippe Pozzo di Borgo auf Deutsch verlegen wird.

Das Unternehmen wollte unsere Recherchen seinerzeit nicht bestätigen. Nachdem ROLLINGPLANET jedoch die Informationen bei mehreren Quellen gegencheckte, konnten wir sicher sein, dass die Nachricht richtig ist. Als erstes deutsches Medium berichteten wir deshalb am 18. Januar: Wegen „Ziemlich beste Freunde“: Hanser Berlin zieht Verlagsstart vor.

Vergangene Woche griff dpa die Meldung auf. Und nun liegt auch die offizielle Pressemitteilung des Verlags vor, der das Buch für den 19. April mit einer Startauflage von 50.000 Exemplaren ankündigt.

Um die Lizenzausgabe möglichst schnell auf den Markt zu bringen, beschäftigt Hanser Berlin derzeit gleich drei Übersetzerinnen: Bettina Bach, Dorit Gesa Engelhardt und Marlies Ruß. Das Buch wird 260 Seiten haben und als gebundenes Exemplar die Druckerei verlassen (ISBN 978-3-446-24044-5). Der Verkaufspreis steht noch nicht ganz fest, derzeit geht man von 14,90 € aus.

Die Geschichte war (fast) so, wie sie das Kino zeigt

Damit hat der Buchmarkt im April zwei prominente Protagonisten, die im Rollstuhl sitzen: In diesem Monat erscheint auch Samuel Kochs Biographie „Zwei Leben“.

Während aber ausgerechnet der christliche Adeo Verlag seine Ankündigung klischeehaft boulevardesk formuliert („Samuel Koch sitzt im Rollstuhl, ist vom Hals abwärts gelähmt und kann noch nicht einmal allein essen. Aber er kann denken und fühlen. Und er kann hoffen. Radikal ehrliche Schilderungen eines jungen Mannes, der nichts mehr zu verlieren hat, sondern nur noch gewinnen kann. Und eine Einladung, die Kostbarkeit des Lebens neu zu schätzen.“), gestaltet Hanser Berlin seinen „Waschzettel“ – ein Informationsblatt für neue Bücher – sehr viel souveräner. Darin lesen wir:

„Ziemlich beste Freunde“ ist eine im wahrsten Sinne des Wortes fabelhafte Geschichte: Philippe Pozzo di Borgo ist Geschäftsführer der Firma Champagnes Pommery, als er im Jahr 1993 mit dem Gleitschirm abstürzt und vom Hals an querschnittsgelähmt bleibt. Er ist 42 Jahre alt und braucht einen Intensivpfleger. Der arbeitslose Ex-Sträfling Abdel erscheint zum Vorstellungsgespräch eigentlich nur, um eine Unterschrift fürs Sozialamt zu bekommen. Und kriegt den Job. Mit seiner mitleidslosen, lebensfrohen, ungehobelten und authentischen Art wird der Immigrantensohn Abdel zu Philippes „Schutzteufel“. Zehn Jahre lang pflegt er ihn, begleitet ihn durch alle dramatischen und komischen Momente seines Lebens – und gibt ihm mit seinem Schwung die Lebensfreude zurück. Mit seiner zweiten Frau und zwei Töchtern lebt Philippe Pozzo di Borgo heute in Marokko. Siehe auch: Die Wahrheit über die beiden ziemlich besten Freunde.

„Er ist unerträglich, eitel, stolz, brutal, unzuverlässig, unmenschlich. Ohne ihn wäre ich zugrunde gegangen. Abdel hat mich pausenlos gepflegt, wie einen Säugling. Er hat auf jedes noch so kleine Zeichen von mir geachtet, während jeder einzelnen meiner Absencen war er zur Stelle, er hat mich befreit, wenn ich Gefangener war, beschützt, wenn ich schwach war. Er hat mich zum Lachen gebracht, wenn ich kurz vorm Zusammenbruch stand. Er ist mein Schutzteufel.“ Sagt Philippe Pozzo di Borgo (im Kino gespielt von François Cluzet) über seinen ehemaligen Pfleger und Freund Abdel Sellou (Omar Sy).

Von Olivier Nakache und Eric Toledano verfilmt, ist dieses moderne Märchen zu einem der erfolgreichsten französischen Filme aller Zeiten geworden. Eine wahre Geschichte, die man sich nur unter höchstem Kitschverdacht hätte ausdenken können. Auch am vergangenen, vierten Wochenende seit dem Kinostart war „Ziemlich beste Freunde“ ein Kassenerfolg: Die französische Komödie schrieb fast identische Zahlen im Vergleich zum Vorwochenende und kam in Deutschland in nunmehr 695 Kinos auf 615 000 Besucher. Ein sensationelles Ergebnis: Bisher spielte der Film etwa 4,6 Mio. Euro ein (2,7 Mio. Zuschauer) und nimmt Kurs auf die Drei-Mio.-Besucher-Schallmauer.

Zum Themenschwerpunkt Ziemlich beste Freunde


10 x „Ziemlich beste Freunde zu gewinnen“

Unter allen ROLLINGPLANET-Nutzern, die sich bis zum 15. März 2012 für unseren Newsletter registrieren, verlosen wir 5 x die Autobiografie von Philippe Pozzo di Borgo (Hanser Berlin) und 5 x das Hörbuch, gesprochen von Frank Röth, der deutschen Synchronstimme von François Cluzet, der im Film Philippe spielt (GoyaLiT, 4 CDs)
[szb color=orange link=http://rollingplanet.net/newsletter]Newsletter[/szb]


Diesen Artikel teilen:
ROLLINGPLANET

ROLLINGPLANET

Wir sind geil aufs Leben, seriös, oft fröhlich und ironisch, manchmal schräg, hin und wieder ungerecht, aber in den seltensten Fällen ideologisch: ROLLINGPLANET, Deutschlands führendes Online-Magazin für Behinderte, Senioren und Freunde. ROLLINGPLANET ist ein ehrenamtlich realisiertes Non-Profit-Projekt. Wir freuen uns, wenn Sie via Facebook, Twitter oder per Mail ROLLINGPLANET empfehlen. Mehr Infos: Über uns

KOMMENTAR SCHREIBEN