Potsdamer Oberlinhaus blickt auf 125 Jahre Arbeit für Taubblinde zurück

Mit einem Festgottesdienst beginnen am Montag (24. September, 12.00 Uhr) die Feierlichkeiten zu 125 Jahren Taubblindenarbeit der Einrichtung.

(Foto: Oberlinstiftung)

Der Gottesdienst im Potsdamer Oberlinhaus wird unter anderem von taubblinden Schülern der Oberlinschule vorbereitet, wie der Veranstalter mitteilte. Zu der Messe wird Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) erwartet.

Vier Tage lang wird auf verschiedenen Veranstaltungen über die Arbeit mit Taubblinden informiert. Zum Abschluss am Donnerstag (27. September, 18.30 Uhr) gibt es in der Berliner St. Matthäus-Kirche eine Festveranstaltung zum Jubiläum, bei der auf einer Podiumsdiskussion über den gesellschaftlichen Umgang mit behinderten Menschen debattiert wird.

Eva Luise Köhler hat die Schirmherrschaft für die von der Oberlinstiftung organisierte Themenwoche übernommen, die sich teils an ein Fachpublikum, teils an die breite Öffentlichkeit richtet.

Was ist Taubblindheit?

Die Oberlinstiftung erklärt:

„Taubblinde Menschen sind gleichzeitig taub und blind. Manche Betroffene haben noch einen Sehrest oder Hörrest, man spricht in ihrem Fall von einer Hörsehbehinderung.

Das Besondere an Taubblindheit ist, dass beide Fernsinne beeinträchtigt sind.

Ein blinder Mensch kann lernen, sich durch Sprache und Gehör zu orientieren und mitzuteilen. Ein gehörloser Mensch kann lernen, seine Umgebung zu sehen und sich damit in seinem Umfeld zu orientieren. Er kann sich durch Gebärdensprache mitteilen. Für Taubblinde geht das alles nicht so einfach: Viele Hilfsmittel der Blinden (z. B. Akustiksignale) und Gehörlosen (Lichtsignale) helfen einem Taubblinden nicht.

Die Folgen von Taubblindheit und Hörsehbehinderung sind vor allem bei der räumlichen und zeitlichen Orientierung und in der Kommunikation zu spüren.

Es besteht ein lebenslanger Bedarf an Unterstützung und Assistenz.“

(dapd/RP)

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