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Pressemitteilungen, Aktionen, Videoclips – so geht Öffentlichkeitsarbeit für Menschen mit Behinderung

Die ISL veröffentlicht einen kostenlosen Praxisleitfaden anlässlich der deutschlandweiten Aktionswoche gegen die Diskriminierung behinderter Menschen.

Mit kreativen Aktionen die Öffentlichkeit erreichen (Foto: ISL)

Mit kreativen Aktionen die Öffentlichkeit erreichen (Foto: ISL)

Seit Sonntag läuft die Aktionswoche „Selbstbestimmt dabei. Immer.“ der Antidiskriminierungsstelle des Bundes und des Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Hubert Hüppe (ROLLINGPLANET berichtete). Aus diesem Anlass hat die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) einen Praxisleitfaden erstellt, der aufzeigen will, wie sich mit gekonnter Öffentlichkeitsarbeit Diskriminierung sichtbar machen lässt.

„In diesem Leitfaden möchten wir in leicht verständlicher Form Basiswissen vermitteln“, sagt H.- Günter Heiden, der bei der ISL für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. „Kreative Aktionen und Öffentlichkeitsarbeit müssen jedoch immer zusammenwirken, denn eine gute Aktion ohne mediale Vermittlung ist genauso wirkungslos wie eine formal gute Pressemitteilung ohne fundierten Inhalt.“

Diskriminierung hat viele Gesichter

Die Diskriminierung behinderter Menschen in Deutschland habe viele Gesichter, betont die ISL. Es gebe sie in offener Form als Beleidigung oder Tätlichkeit, „strukturell in benachteiligenden gesetzlichen Vorschriften geronnen oder diskursiv in gesellschaftlichen Debatten oder Medienberichten“ heißt es in einer Mitteilung der nicht so ganz leicht verständlichen Art.

Eine Möglichkeit, sich gegen Diskriminierungen zur Wehr zu setzen, sei, sie an die Öffentlichkeit zu bringen: „Viele Diskriminierungen laufen im Verborgenen ab und nicht jede oder jeder ist stark genug, 24 Stunden am Tag dagegen zu kämpfen. Sichtbar machen kann man etwas am sinnvollsten durch aktive und konsequente Öffentlichkeitsarbeit, die phantasievoll daherkommt und in unserer Mediengesellschaft auch wahrgenommen werden kann. Doch wie geht das?“

Was der Leitfaden erklärt

Der Leitfaden ist in drei Bereiche gegliedert:

Erstens die Grundlagen der Öffentlichkeitsarbeit mit einem Schwerpunkt, wie man Pressemitteilungen schreibt, Pressefotos erstellt und einen Presseverteiler erarbeitet.

Im zweiten Teil geht es um kreative Aktionen, etwa Flashmobs oder Straßentheater und ihre Planung einschließlich eines Abschnittes über das Versammlungsrecht.

Der dritte Teil befasst sich mit Videoarbeit: Worauf ist beispielsweise zu achten, wenn man einen Videoclip für youtube produziert?

Der Inhalt des Leitfadens basiert auf den Erkenntnissen aus vier Praxisseminaren, die in den Zentren für selbstbestimmtes Leben in Bremen, Mainz, Stuttgart und Köln durchgeführt wurden. Finanziell gefördert wurde das Projekt aus Mitteln der Antidiskriminierungsstelle des Bundes.

PDF herunterladen

Diskriminierung sichtbar machen! Ein ISL-Praxisleitfaden zu kreativen Aktionen, zu Presse- und Videoarbeit. (34 Seiten; Stand Juli 2013); als barrierefreie PDF-Datei verfügbar unter: www.isl-ev.de

(Anm. d. Red.: ROLLINGPLANET wollte auch schon mal solch einen Leitfaden erstellen, hatte ihn bereits angekündigt, aber das Vorhaben verdaddelt – weshalb wir uns nun freuen, dass uns diese Arbeit erspart bleibt.)

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