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Prominente und soziale Netzwerke kämpfen gegen Nervenkrankheit ALS

„Ice Bucket Challenge“: Eiswasser-Dusche-Aktion soll auf Amyotrophe Lateralsklerose (hat z.B. Stephen Hawking) aufmerksam machen.

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg (30) ist einem Internet-Trend gefolgt und hat sich einen Eimer mit Eiswasser über den Kopf geschüttet. Der Gouverneur von New Jersey, Chris Christie, habe ihn zu der Aktion im Rahmen der „Ice Bucket Challenge“ aufgefordert, sagte der Milliardär in einem Video, das er am Donnerstag auf seiner Facebook-Seite veröffentlichte. Danach schüttete er sich den Eimer mit Wasser über den Kopf, stutzte kurz und sagte dann: „Das war wirklich kalt.“

Die „Ice Bucket Challenge“ (etwa: „Eistonnen-Herausforderung“) verbreitet sich in den USA seit etwa zwei Wochen schneeballartig in den sozialen Netzwerken. Die Regeln: Ein Herausgeforderter entleert einen Eimer mit Eiswasser über sich und darf dann drei weitere Menschen nominieren, die binnen 24 Stunden dasselbe tun müssen. Tun sie dies nicht, sollen sie 100 Dollar einer Stiftung für die Bekämpfung der Krankheit Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) spenden.

4 Millionen Dollar sind schon zusammen gekommen

Der Hinweis auf ALS ist das eigentliche Ziel der Aktion. Die seltene Krankheit führt zu Nervenzerstörungen und fortschreitenden Muskellähmungen. Etwa die Hälfte der Patienten stirbt innerhalb der ersten drei Jahre. Eine große Ausnahme ist der Physiker Stephen Hawking, der als 21-Jähriger die Diagnose erhielt und nun bereits 72 Jahre alt ist. Über die genauen Ursachen und Mechanismen der Nervenkrankheit ist wenig bekannt.

Das virale Marketing kommt nun der ALS-Forschung zugute: Nach Angaben der ALS-Stiftung sind innerhalb von zwei Wochen vier Millionen Dollar (knapp drei Millionen Euro) an Spenden bei der Organisation angekommen – im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres seien es dagegen nur etwa 1,1 Millionen Dollar gewesen.

Kettenbriefartige Aktion mit Promis

Aufmerksamkeit verschafft der „Ice Bucket Challenge“ vor allem die Beteiligung von Prominenten: Popsänger Justin Timberlake machte sich nass – und nominierte Moderator Jimmy Fallon. Nach erfolgreicher Eimer-Entleerung forderte der das Football-Team der New York Jets zum Nachmachen auf.

Von diesen wiederum wanderte die Aufgabe zu Gouverneur Chris Christie, der schließlich Zuckerberg nominierte. Und es geht weiter: Zuckerberg hat unter anderem Microsoft-Milliardär Bill Gates aufgefordert, es ihm gleich zu tun. Außerdem nominierte er Facebook-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg sowie Netflix-Chef Reed Hastings.

Ähnliche kettenbriefartige Aktionen hat es in den sozialen Netzwerken in der Vergangenheit auch in Deutschland öfter gegeben. Traurige Bekanntheit erlangte eine Aktion im Rahmen der „Cold Water Challenge“, bei der sich ein Mann in Nordrhein-Westfalen mit dem Wasser aus einer Baggerschaufel mit kaltem Wasser überschütten lassen wollte, dabei aber von der Schaufel erschlagen wurde.

(dpa)

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