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Prozess: Frau ließ behinderten Sohn verhungern

Landgericht Mannheim

Eine 30-Jährige hat vor dem Mannheimer Landgericht eingeräumt, ihr todkrankes Kind absichtlich nicht mehr ernährt zu haben. Sie habe das Leiden des neunjährigen Jungen beenden wollen, erklärte die Angeklagte zum Auftakt ihres Verfahrens wegen Totschlags und Misshandlung von Schutzbefohlenen.

Die sichtlich aufgewühlte Angeklagte äußerte sich zunächst nicht persönlich, sondern ließ ihren Anwalt eine Erklärung verlesen. Darin gab sie an, sie mache sich schwere Vorwürfe, als Mutter versagt zu haben.

Die zum Tatzeitpunkt drogenabhängige Frau hatte nach Ansicht der Staatsanwaltschaft Anfang 2010 beschlossen, den an einer unheilbaren Erbkrankheit leidenden Marcel daheim sterben zu lassen. Sie soll dem Kind wochenlang nichts zu essen gegeben haben. Ein Amtsarzt fand den Jungen schließlich verwahrlost und unterernährt in der Wohnung seiner Mutter vor. Er starb einige Wochen später in einer Klinik.

Die Angeklagte befindet sich seit Anfang Juni 2011 in Untersuchungshaft. Der Prozess gegen sie wird am 20. Februar fortgesetzt.

Ausführlicher Bericht: Bild

Foto: Wikipedia/Immanuel Giel

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