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Prozess: Muss Krankenkasse für feminineres Gesicht zahlen?

Die AOK Baden-Württemberg findet, ein Psychologe tut es auch.

Was sagt der Spiegel? Und was das Gericht? (Foto: MC/pixelio.de)

Mit dieser Frage beschäftigt sich das Heilbronner Sozialgericht am Freitag kommender Woche (26. Oktober). Die Klägerin, die als Mann geboren wurde, findet laut Gericht, dass ihr Gesicht sehr männlich ausgeprägt sei. Hierunter leide sie auch seelisch. Deshalb wolle sie ihre Augenbrauen-, Nasen- und Kinnpartie operativ korrigieren lassen.

Die AOK Baden-Württemberg lehnte es den Angaben nach jedoch ab, die Kosten von voraussichtlich rund 4500 Euro zu übernehmen. Es könne nicht „im Vorbeigehen“ festgestellt werden, dass das Gesicht der Klägerin männlich wirke.

Lieber Psycho als OP

Kosten für eine „bestmögliche Angleichung“ an das andere Geschlecht seien nicht zu übernehmen. Darüber hinaus könnten die psychischen Beschwerden nervenärztlich behandelt werden, argumentierte die Kasse dem Gericht zufolge. Es sei nicht ihre Aufgabe, kosmetische Eingriffe in gesunde Körperpartien zu bezahlen.

Dagegen klagt die Frau, die sich bereits geschlechtsangleichenden Maßnahmen wie einer Hormonbehandlung und der Entfernung des Adamsapfels unterzogen hat. Dafür bezahlte die Krankenkasse laut Mitteilung insgesamt rund 50.000 Euro. Das Gericht rechnet mit einer Entscheidung am ersten Verhandlungstag (Az.: S 8 KR 2808/09).

(dpa/lsw)

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