Psychisch Kranke werden oft in Behindertenwerkstätten abgeschoben

Drastisch reduzierte Chancen, in den ersten Arbeitsmarkt zurückzukehren.

Eine Behindertenwerkstatt des Deutschen Roten Kreuzes (Foto: Bernd Settnik/dpa)

Eine Behindertenwerkstatt des Deutschen Roten Kreuzes (Foto: Bernd Settnik/dpa)

Menschen mit psychischer Erkrankung sind einer Studie zufolge überdurchschnittlich häufig arbeitslos. Weniger als jeder Fünfte beispielsweise mit einer schizophrenen Störung hat demnach einen regelmäßigen Job.

Wie aus der am Montag vorgestellten Untersuchung im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (DGPPN) hervorgeht, arbeiten 20 Prozent der psychisch Kranken stattdessen sogar in Behindertenwerkstätten – obwohl viele mit flexibleren Arbeitsmodellen auch auf dem ersten Arbeitsmarkt zurecht kämen.

Die Psychologen forderten finanzielle Anreize für Firmen, die psychisch Kranke mit geringerer Leistungsfähigkeit anstellten.

(dpa)

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3 Kommentare

  • Manfred Schwarz

    Körper-, Geistig- und Mehrfachbehinderte werden auch dorthin abgeschoben. Das sollte keinem zugemutet werden.

    15. September 2015 at 20:45
  • Michael Ziegert

    Zunächst: Also warum gerade Ihr den Begriff „Behindertenwerkstatt“ verwendet, wo es nun mal „Werkstatt für Menschen mit Behinderung“ heißt, kann ich nicht nachvollziehen.

    Ich weiß nicht, wie viel Freiheit Euch die dpa bei der Umgestaltung der Texte lässt, aber dpa hat nicht von „Abschieben in Behindertenwerkstätten“ geschrieben, sondern journalistisch korrekt und neutral berichtet, dass die Untersuchung im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Psychologie ergibt, dass 20 Prozent der psychisch Kranken in WfbM arbeiten. Und dass man flexiblere Arbeitszeitmodelle auf dem sogenannten Ersten Arbeitsmarkt benötigt, um mehr von diesen Menschen dort Arbeit bieten zu können. Was wünschenswert wäre.

    Ihr habt also die Kernaussage des dpa-Artikels in eine ganz andere Richtung gedreht und diskriminiert alle Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen, die im Rahmen der Rehabilitation in einer WfbM arbeiten und dort auf ihrem Weg unterstützt werden.

    Und im übrigen wird von Euch auch nicht beachtet, warum immer mehr Menschen psychische Beeinträchtigungen haben – was in erster Linie sicherlich auf eine zunehmende Amerikanisierung des Wirtschafts- und somit Arbeitslebens zurückzuführen ist. Stichworte sind da beispielsweise „burn out“ und Mobbing. Bevor Ihr also die WfbM polemisch kritisiert, sollte Ihr Euch vielleicht die Mühe machen, mal einen Augenblick länger drüber nachzudenken und Euch über die Ursachen klar zu werden.

    Ich finde es gut, lieber „rollingplanet“, wenn Ihr bei manchen Themen auch mal provoziert. Aber bitte seriös bleiben und Meinung auch als solche erkennbar machen.

    16. September 2015 at 13:38
  • dasuxullebt

    Gibt es für sowas nicht eigentlich die Behindertenquote?

    16. September 2015 at 22:20

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