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Puh, beinahe hätte ROLLINGPLANET Air New Zealand in die Luft gesprengt

Die Fluggesellschaft wird künftig keine behinderten Passagiere mehr mitnehmen – oder doch?

Air New Zealand (Foto: Asam)

Air New Zealand (Foto: Asam)

Ein schockierter ROLLINGPLANET-User informierte uns soeben per Mail über einen echten Hammer und bittet uns: „Ihr müsst einen weltweiten Boykott-Aufruf starten!“ Angesichts von zahlreichen unglaublichen Vorfällen, bei denen Menschen mit Behinderung diskriminiert werden (auch von Fluggesellschaften, siehe Links ganz unten), verwundert eigentlich gar nichts mehr. Nicht einmal der folgende Skandal.

Air New Zealand hat angekündigt, künftig weder körperlich noch geistig behinderte Passagiere mitzunehmen, um nichtbehinderten Gästen „Unannehmlichkeiten zu ersparen“. Dies gelte sowohl für internationale als auch nationale Flüge. Dies berichtet „The Civilian“ (Air New Zealand bans disabled passengers from all flights). Das Unternehmen werde strenge Sicherheitsmaßnahmen einleiten, um jeglichen Behinderten davon abzuhalten, an Bord zu gelangen.

Anlass für die Entscheidung sei ein Zwischenfall, der sich Anfang vergangener Woche bei einem Flug von Auckland nach Wellington zugetragen habe. Eine sogenannte Gold-Elite-Passagierin (vergleichbar mit dem Senator-Flieger des Miles & More-Programms von Lufthansa) hatte sich laut „The Civilian“ „gedemütigt gefühlt“, weil sie von der 39-jährigen Rollstuhlfahrerin Tanya Black gebeten worden war, ihr den Sitz zu überlassen.

„Nicht zugunsten eines Krüppels“

Air New Zealand-Chef Christopher Luxon sagte am Freitagmorgen: „Was unserer Gold-Elite-Kundin passiert ist, war nicht akzeptabel. Kein Kunde soll gezwungen werden, eine langwierige Flugstunde zu überstehen auf einem anderen Sitz, als den, den er gebucht hat, und sicherlich nicht zugunsten eines Krüppels.“ Er erntete dafür von zahlreichen Reisenden Beifall, auch im Fernsehen, wo sich Tanya Black für ihre rücksichtslose Bitte entschuldigen musste.

ROLLINGPLANET war schon dabei, für Air New Zealand eine Bombe zu bauen – hat aber vorsichtshalber recherchiert, bevor wir in den Untergrund rollen müssen: „Air New Zealand ist stolz auf seinen Kundenservice, der für alle Gäste gilt, einschließlich derjenigen mit Behinderung. Der Artikel, auf den Sie sich beziehen, stammt von einer satirischen Webseite“, erklärt die Airline auf ihrer Facebook-Seite.

Noch mal gut gegangen. ROLLINGPLANET schickt also auch künftig lieber fleißig Windeln an Air Berlin und dankt „The Civilian“, dass wir nun so herzhaft lachen können. Dummerweise wurde die Nachricht ungeprüft von anderen Webseiten übernommen – weshalb wir hoffen, dass Air New Zealand demnächst nicht doch versehentlich in die Luft gejagt wird.

Air New Zealand klärt den Scherz via Facebook auf

Air New Zealand klärt den Scherz via Facebook auf

(RP)


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