""

Qualitätsoffensive für Sehen in Alterseinrichtungen gestartet

Am 6. Juni ist Tag der Sehbehinderten: Sturzrisiko und psychische Probleme – „viele Bewohner leiden mehr, als nötig wäre.“

Altersheim (Foto: Andreas Hermsdorf/pixelio.de)

Altersheim (Foto: Andreas Hermsdorf/pixelio.de)

Zum Tag der Sehbehinderten am Donnerstag (6. Juni) weisen der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) sowie andere Organisationen auf die Bedürfnisse von Menschen mit Augenfehlern hin.

Ein Mensch gilt als sehbehindert, wenn er mit Brille auf keinem Auge 30 Prozent der normalen Sehkraft erreicht. Sind es weniger als fünf Prozent, ist er blind.

Die Zahl der Betroffenen wird in Deutschland nicht erfasst, Angaben variieren zwischen 650 000 und 1,2 Millionen Blinden und Sehbehinderten. Schwerpunkt des Aktionstages 2013 ist das Thema „Sehen in Alterseinrichtungen“.

Wie eine Langzeitstudie des Deutschen Zentrums für Altersfragen ergab, hat fast ein Drittel der über 75-Jährigen Schwierigkeiten beim Lesen einer Zeitung – selbst wenn dazu eine Sehhilfe benutzt wird. 17 Prozent geben Probleme beim Erkennen einer Person auf der Straße an.

Qualitätsoffensive für Alterseinrichtungen

Der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) und der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) gehen davon aus, dass viele Bewohner von Alterseinrichtungen mehr unter ihren Seheinschränkungen leiden, als nötig wäre. Dabei geht es nicht nur um die Augen, denn altersbedingte Sehprobleme haben unterschiedlichste Folgen – vom erhöhten Sturzrisiko bis zu psychischen Problemen. Die beiden Verbände starten deshalb eine Qualitätsoffensive für besseres Sehen in Alterseinrichtungen.

Die Kampagne besteht aus zwei Elementen. Zum einen erhalten alle Senioreneinrichtungen in Deutschland per Post eine 40-seitige DIN-A4-Broschüre mit Informationen zum Thema. Zum anderen finden bundesweit Schwerpunkt-Aktionen statt. Dazu gehören jeweils eine Begehung durch Reha-Trainer und Selbsthilfevertreter sowie eine stichprobenartige augenärztliche Untersuchung der Bewohner. Im Anschluss trägt dann ein Runder Tisch konkrete Vorschläge zusammen, was in punkto Sehbehinderung in der jeweiligen Alterseinrichtung optimiert werden kann.

(RP/dpa)

Diesen Artikel teilen:
ROLLINGPLANET

ROLLINGPLANET

Wir sind geil aufs Leben, seriös, oft fröhlich und ironisch, manchmal schräg, hin und wieder ungerecht, aber in den seltensten Fällen ideologisch: ROLLINGPLANET, Deutschlands führendes Online-Magazin für Behinderte, Senioren und Freunde. ROLLINGPLANET ist ein ehrenamtlich realisiertes Non-Profit-Projekt. Wir freuen uns, wenn Sie via Facebook, Twitter oder per Mail ROLLINGPLANET empfehlen. Mehr Infos: Über uns

KOMMENTAR SCHREIBEN