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Raúl Krauthausen: Dachdecker wollte ich eh nicht werden

Aus der Sicht eines Rollstuhlfahrers – der Berliner Aktivist hat ein Buch geschrieben.

Raul Krauthausen hat ein Buch geschrieben (Pressefoto)

Raul Krauthausen hat ein Buch geschrieben (Pressefoto)

Der 1980 in Lima (Peru) geborene und in Berlin lebende Rollifahrer Raúl Aguayo-Krauthausen ist ausgebildeter Telefonseelsorger, Erfinder unter anderem von Wheelmap.org, Gründer des Vereins „Sozialhelden“, seit einigen Monaten Bundesverdienstkreuzträger am Bande und vielfach gefragter Experte, wenn es um Menschen mit Behinderung geht. Was fehlt da noch? Richtig. Ein Buch.

Das erscheint nun am 2. Januar 2014: „Dachdecker wollte ich eh nicht werden – Das Leben aus der Rollstuhlperspektive“ (rororo, 256 Seiten, ISBN-10: 3499622815, ISBN-13: 978-3499622816, EUR 14,99). Verlagsangaben zufolge handelt es sich dabei um ein „persönliches Plädoyer für Toleranz und die Freude am Leben“.

Der Titel, deutet Krauthausen gegenüber ROLLINGPLANET an, „geht auf eine Begegnung zwischen mir und meiner Mutter zurück. Was genau geschah, wird im Buch verraten.“ Zwölf Monate hat er daran gearbeitet. Und auch schon einen geradezu unvermeidlichen Fan gefunden, der das Vorwort lieferte und für das Werk trommelt:

„Raúl Krauthausen ist einfach ein sehr beeindruckender Mensch mit starken Gaben. Er hat viel zu sagen und sich über seinen Rollstuhl schon lange erhoben,“ schwärmt Roger Willemsen, der bekanntlich Menschen mit Osteogenesis Imperfecta besonders gerne ins Herz schließt.

Von twitter zur Autobiographie

Krauthausen, der Mann mit den Glasknochen, ist ein Könner der Kurzform. Seine Mails tragen nicht die Signatur „vom iPhone gesendet“, sondern „sent from my wheelchair.“ Seine Minitexte bei twitter sind oft originell und sprachwitzig („feinwüchsig“, „Liebes Sozialamt, du mich auch! Hochachtungsvoll, dein Raul Krauthausen“, „reiste in die Vergangenheit und schrieb ein Buch“). ROLLINGPLANET hätte ihm deshalb locker zugetraut, auch ganz alleine eine Autobiographie zu meistern – aber geschätzte über 600.000 Zeichen sind dann doch eine andere Hausnummer als die bei einem tweet erlaubten 140.

„Die Idee zum Buch entstand vor über einem Jahr“, erzählt Krauthausen. „Immer mal wieder wurde ich gefragt, ob ich nicht eines schreiben möchte. Selber hätte ich mir das aber nie zugetraut. Als dann eine Bekannte ein Buch schrieb, fragte ich sie einfach, wie sie das damals schaffte. Wir kamen ins Gespräch, und sie empfahl, es mit einem Co-Autoren bzw. einer -Autorin zu verfassen.“ Den Job übernahm Marion Appelt, die in Potsdam eine Literaturagentur führt.

Wie viele Exemplare im Januar in den Handel rollen, wollte Rowohlt ROLLINGPLANET nicht verraten: „Startauflagen geben wir nicht bekannt. Sie haben keine Aussagekraft, da häufig sehr schnell nachkalkuliert und -gedruckt wird.“ Das hier hat hoffentlich Aussagekraft: ROLLINGPLANET drückt den Daumen, dass der Nicht-Dachdecker schnell nachkalkuliert werden muss.

(RP)


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