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Ramadan beginnt: Wie machen das eigentlich Kranke und Menschen mit Diabetes?

Salben und Augentropfen dürfen verwendet werden, Zäpfchen und Nasentropfen sind verboten.

Die Sultan-Ahmed-Moschee in İstanbul mit der traditionellen Ramadan-Beleuchtung Mahyâ

Die Sultan-Ahmed-Moschee in İstanbul mit der traditionellen Ramadan-Beleuchtung Mahyâ

Muslime verzichten während des Ramadans (bis 7. August) eigentlich tagsüber auf Essen und Trinken – im Notfall dürfen sie das Fasten aber unterbrechen. Das betrifft vor allem Menschen mit Diabetes: Sie können immer Traubenzucker zu sich nehmen, wenn Unterzuckerung droht, erläutert die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) in Berlin.

Die Anwendung von Sprays und Pulverinhalatoren gegen Asthma und andere Lungenkrankheiten verstoße nicht gegen den Ramadan. Auch Salben und Augentropfen dürfen verwendet werden, Zäpfchen und Nasentropfen seien aber verboten. Chronisch kranke Muslime müssen laut dem Koran nicht fasten.

Nicht auf Medikamente verzichten

Muslime sollten während des Fastenmonats grundsätzlich nicht auf wichtige Medikamente verzichten, erklärt Andreas Kiefer, Präsident der Bundesapothekerkammer. Wer ständig zu bestimmten Tageszeiten die Wirkstoffe braucht, sollte diese auch nicht einfach nur noch zu den erlaubten Zeiten nachts einnehmen, sondern mit seinem Arzt oder Apotheker nach einer Lösung suchen. Es sei vielleicht möglich, auf ein Medikament auszuweichen, das seltener eingenommen wird.

Menschen mit Diabetes müssen aufpassen

Besonders Diabetiker müssen im Ramadan aufpassen. Die ABDA rät ihnen, sich beraten zulassen, wie sie die Einnahme ihrer Medikamente mit den geänderten Essenszeiten am besten abstimmen. Erkrankte kontrollieren mehrmals täglich die Blutzuckerwerte und achten auf die Symptome einer Über- und Unterzuckerung. Und sie sollten zu den erlaubten Zeiten viel trinken.

Der Ramadan („der heiße Monat“) ist der Fastenmonat der Muslime und neunter Monat des islamischen Mondkalenders. In ihm wurde nach islamischer Auffassung der Koran herabgesandt.

Ausnahmen von der Fastenpflicht

„Und wenn einer krank ist oder sich auf einer Reise befindet (und deshalb nicht fasten kann, ist ihm) eine (entsprechende) Anzahl anderer Tage (zur Nachholung des Versäumten auferlegt). Gott will es euch leicht machen, nicht schwer. Macht darum (durch nachträgliches Fasten) die Zahl (der vorgeschriebenen Fastentage) voll und preiset Gott dafür, dass er euch rechtgeleitet hat! Vielleicht werdet ihr dankbar sein.“
Koran: Sure 2, am Ende des Verses 185

(RP/dpa/tmn, Foto: Wikipedia/Cem Topçu. GNU Free Documentation License, Version 1.2 or any later version)


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1 Kommentar

  • Andrea Bröker

    Die dürfen essen und trinken. Da macht der Islam Ausnahmen.

    10. Juli 2013 at 09:34

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