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Raul Krauthausen & Co. und wir sehen Rot

Wir wollen rein! Aktion „Tausendundeine Rampe für Deutschland“ gestartet.

Eine Rampe wäre jetzt nicht schlecht: So wie Raul Krauthausen ergeht es vielen von uns (Foto: Wheelmap.org)

Ganz erschließt sich ROLLINGPLANET der Sinn dieser neuen Aktion nicht, will sie aber gleichwohl unterstützen, nach dem Motto: Der Klügere & die Ausgeschlossenen geben nach. Denn es wäre ja eigentlich schön, wenn Geschäftsleute – schon aus Eigennutz – den Zugang zu ihren Verkaufszimmern, Kneipenbesitzer oder andere Immobilienbewohner ihre Räumlichkeiten so gestalteten, dass möglichst viele Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte reinkommen, um ihr Geld oder ihre Neugierde loszuwerden. Offensichtlich geschieht das zu selten, weshalb wir von Draußen denen von Drinnen nun mal großzügig helfen wollen.

Zu viel Rot

Darum geht es: Innerhalb von zwei Jahren haben Nutzer auf Wheelmap.org (Onlinekarte für rollstuhlgerechte Orte) mehr als 290.000 Markierungen hinzugefügt, wie die Initiatoren, die Sozialhelden, melden. 60.000 Adressen (21 Prozent) sind rot markiert – sprich: nicht oder nur schwierig für Rollis zu erreichen. Zu viel Rot, wie die von Raul Krauthausen angeführten Sozialhelden finden. Sie wollen deshalb Geld sammeln, um aus Rot möglichst oft Grün zu machen: „Bei vielen dieser Orte ist das Problem nur eine oder zwei Stufen, die mit einer Rampe überwunden werden könnten“, so Krauthausen.

Einmonatiger Spendenaufruf

Deswegen rufen die Berliner seit Montag (3. Dezember 2012, Internationaler Tag der Menschen mit Behinderung) zur Aktion „Tausendundeine Rampe für Deutschland“ auf, die einen Monat lang dauert. Dies geschieht gemeinsam mit der Crowdinvestment-Plattform Bergfürst. „Wir freuen uns über alle Spenden, denn mit jeder einzelnen Rampe werden mobilitätseingeschränkten Menschen Zugänge eröffnet“,so Dr. Guido Sandler, Vorstand und CEO von Bergfürst.

Weitere Infos: www.tausendundeinerampe.de

Anm.d.Red.: Crowdinvestment führt Menschen zusammen, die einerseits Kohle haben und bei ihrer Geldanlage nicht nur auf optimale Zinssätze und Gewinnmaximierung, sondern auch auf die Inhalte von Geschäftsideen schauen, und andererseits Firmengründer, die alternative Finanzierungsmöglichkeiten suchen oder brauchen.

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1 Kommentar

  • Hans Stattkus

    Ich würde es sehr begrüßen, wenn diese Aktion auch auf die Busse der DSW21 hier in Dortmund positiv übertragen würde. Das Busunternehmen und daran angeschlossenen Firmen ist es völlige egal ob ein Rollstuhl mitbefördert wird oder nicht. Es werden vielmals Busse ohne Rampe auf die Linien geschickt mit der Voraussicht, daß man Rollstühle stehen lassen kann die können sowieso nichts machen. Die Gesetze werden mit Füßen getreten und es ist jedes Mal ein Schlag ins Gesicht für sämtliche Behinderten und Rollstuhlfahrer. Eine hochgradige Diskriminierung, sowie das Gleichstellungsgesetz und das Personenbeförderungsgesetz wird einfach nicht beachtet, warum gibt es die Gesetze wenn sich keiner danach richtet? Bin bis Dato schon 81zigmal an den Haltestellen stehen gelassen worden, wie lange noch oder wieviel ist noch möglich Verständnis auf zu bringen. Mußte schon 3x einen Bus blockieren um ein kleines Zeichen zu setzen, aber immer alles alleine ich habe von keiner Seite her Unterstützung. Aber ich will nicht locker lassen für das Recht als Behinderter Rollstuhlfahrer zu kämpfen mit etwas Unterstützung wäre es leichter.
    Mfg. Hans Stattkus

    18. Dezember 2012 at 12:02

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