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„Reality Queens“: Wenn aus Tansania ein Samensturz wird

Volksverdummung und Diskriminierung: Hilfsorganisationen fordern ein Stopp der Wüstensafari auf ProSieben.

Sie haben es eigentlich nicht verdient, aber ROLLINGPLANET fremdschämt sich für die "Reality Queens" (Foto: ProSieben)

Sie haben es eigentlich nicht verdient, aber ROLLINGPLANET fremdschämt sich für die „Reality Queens“ (Foto: ProSieben)

Seit einer Woche beten wir insgeheim, dass ProSieben nie auf die Idee kommen wird, Reality Queens auf den ROLLINGPLANETen zu schicken, wo sie Menschen mit Behinderung anglotzen würden. Wie Volksverdummung und Diskriminierung in einem Massenmedium aussehen kann, zeigt ProSieben seit einer Woche.

In „Reality Queens“ werden zwölf C-Promis (was noch eine höfliche Beschreibung für Z-Zicken ist) in der Wildnis Afrikas ausgesetzt, die daraufhin in verschiedenen Challenges um Essen, Schlafplatz und Warmwasser kämpfen müssen. Dabei treffen sie auch auf einheimische Kulturen.

„Einfältig, beleidigend und menschenverachtend“

22 Hilfsorganisationen haben jetzt den Sender dazu aufgefordert, die Ausstrahlung der Trash-Sendung mit sofortiger Wirkung zu stoppen. Das Format der Sendung verstärke allgemein verbreitete Stereotype gegenüber dem ostafrikanischen Land Tansania, schüre gängige Vorurteile und stelle die Menschen des Landes in einer rassistischen und diskriminierenden Form dar.

In einem offenen Brief an den ProSiebenSat.1-Konzernchef Thomas Ebeling heißt es: „Das in der Sendung erzeugte Bild von Tansania und seinen Menschen ist einfältig, beleidigend und menschenunwürdig. Die Ausstrahlung der Sendung in der deutschen Medienlandschaft ist daher inakzeptabel.“

Kleines Land? Wie klein muss dann erst Deutschland sein?

Bereits im Vorspann der Sendung werde Tansania als ein kleines Land dargestellt, „in dem ,Afrika noch mehr als eine Showkulisse‘ ist, ,die Tiere richtig wild‘ und ,die Naturvölker richtig echt‘ sind. Dies entspricht – bei einer Größe des 2,5-fachen der Bundesrepublik, gut 45 Mio. Einwohnern, Tansanias kultureller Vielfalt und mit 130 unterschiedlichen Ethnien und Sprachen – nicht annähernd der Realität.“

Als Beispiel zitieren die Hilfsorganisationen die Aussage einer der Kandidatinnen, dass bei ihrer Ankunft die tansanischen Männer am Flughafen einen Samensturz gehabt hätten. Im anschließenden Schnitt werden kopulierende Affen eingeblendet.

Weitere Infos: Tanzania-Network

(RP/PM)

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3 Kommentare

  • Petter Bernd

    Hallo

    Pro Sieben und Konsorten wissen wirklich nicht mehr welchen Mist sie den Dumpfbacken die ihre Sender anschauen noch vorsetzen sollen.

    einen schönen Tag noch
    Petter Bernd

    29. August 2013 at 16:14
  • Roy Go

    weg damit!!!

    29. August 2013 at 17:03
  • Markus Balkenhol

    …und am Ende glauben die noch, alle deutschen Frauen wären so! Glücklicherweise sollen die Quoten ziemlich mies sein, so dass sich das Problem wohl bald von selbst lösen wird.

    29. August 2013 at 21:29

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